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Stern verdunkelt sich

Wird Beteigeuze schon bald zur Supernova?

Wenn der Stern Beteigeuze stirbt und zur Supernova wird, wäre die Explosion so hell, dass sie von der Erde mit bloßem Auge monatelang am Tag zu sehen wäre. Erste Anzeichen sprechen nun für ein baldiges Sterben des Sterns im Sternbild Orion.

Der Schulterstern des Orion, wie Beteigeuze auch genannt wird, ist normalerweise einer der hellsten Sterne am Nachthimmel. Astronomen haben nun jedoch beobachtet, dass sich der Stern zunehmend verdunkelt – ein mögliches Anzeichen für eine baldige Supernova.

Da es sich bei Beteigeuze um einen sogenannten Roten Überriesen handelt, könnte die zunehmende Verdunklung das baldige Sterben des Sterns ankündigen. Astronomen gehen davon aus, dass Beteigeuze in einer Supernova enden wird – einer der größten Explosionen im Universum. Die Sternexplosion würde so gewaltig sein, dass man die Überreste von Beteigeuze von der Erde aus mit bloßem Auge mehrere Monate am Tag sehen könnte.

Beteigeuze steht schon lange unter Beobachtung

Wie weit Beteigeuze von der Erde entfernt ist, ist nicht ganz klar. Neueste Messungen schätzen die Entfernung des Sterns auf etwa 640 ± 150 Lichtjahre. Normalerweise ist Beteigeuze der 6. bzw. 7. hellste Stern am Nachthimmel und strahlt im Sternbild Orion. Durch die aktuelle Verdunklung des Roten Riesen ist Beteigeuze jedoch nur noch Platz 21 der hellsten Sterne. Damit hat Beteigeuze seinen bisher niedrigsten Messwert der Helligkeit erreicht und selbst Hobby-Astronomen können diese extreme Leuchtkraftveränderung bereits mit ihren Teleskopen wahrnehmen.

Im Vergleich zur Sonne ist Beteigeuze riesig. Der Durchmesser ist etwa 1.000 Mal größer und seine Leuchtkraft etwa 10.000 Mal stärker als die der Sonne. Dieser Stern ist so gewaltig, dass unsere Sonne etwa 1.000.000.000 Mal in ihn hineinpassen würde. Beteigeuze ist aber wesentlich jünger als die Sonne, die bereits seit rund 4,567 Milliarden Jahre strahlt. Astronomen schätzen das Alter von Beteigeuze auf etwa 10 Millionen Jahre. Durch seine wesentlich größere Masse fusioniert der Stern seinen Brennstoff jedoch viel schneller, wodurch er auch nicht so alt wie die Sonne wird.

Spekulationen um eine Supernova

Die Astronomen hoffen natürlich darauf, dass Beteigeuze zur Supernova wird. Jedoch sind sie mit verbindlichen Vorhersagen auch sehr vorsichtig, da der Rote Riesenstern schon seit längerer Zeit größere Leuchtkraftschwankungen aufwies – wenn auch noch nie so stark wie aktuell. Sollte die Leuchtkraft von Beteigeuze jedoch nicht in ein paar Wochen wieder zunehmen, so ist eine baldige Supernova sehr wahrscheinlich. Baldig ist jedoch auf astronomische Maßstäbe bezogen und meint einen Zeitraum von etwa 100.000 Jahren.

Das bisherige Wissen über Supernovae stammt jedoch lediglich über Beobachtungen von Sternen, die bereits zur Supernova wurden. Ob die starke Abnahme der Leuchtkraft eines Sterns also wirklich ein Vorzeichen für eine baldige Explosion ist, beruht nur auf theoretischen Modellen.

Beteigeuze ist keine Gefahr für die Erde

Die sogenannte Todeszone einer Supernova liegt bei etwa 50 Lichtjahren (Massensterben durch Strahlung) und die Gefahrenzone bei etwa 150 Lichtjahren (Atmosphärenschäden durch Strahlung). Für die Erde und das irdische Leben besteht also keine Gefahr, wenn Beteigeuze tatsächlich in sich zusammenstürzt und zur Supernova wird.

Die letzte Supernova, die von der Erde aus mit dem bloßen Auge zu sehen war, fand in 20.000 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Schlangenträger statt. Erstmals wurde die thermonukleare Supernova vom Typ Ia am 9. Oktober 1604 beobachtet. Trotz der großen Entfernung zur Erde, war die Supernova 1604 (SN1604) für einige Zeit lang der hellste Stern am Nachthimmel.

Am 4. Juli 1054 ereignete sich ebenfalls eine gewaltige Sternenexplosion, die von der Erde aus gut sichtbar war. Die Supernova 1054 (M1) im östlichen Teil des Sternbilds Stier ist heute als Krebsnebel bekannt und war damals für mehrere Monate lang der hellste Stern neben der Sonne, der sogar am Tag sichtbar war.

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