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Erste Phase

Vorbereitungen für den Bau eines Weltraumlifts laufen

Ein Weltraumlift könnte Menschen und Fracht zu einem Bruchteil des aktuellen Preises in den Erdorbit befördern. Damit die Idee eines Weltraumaufzugs nicht länger eine Vision bleibt, beginnen dazu bereits in wenigen Tagen erste grundlegende Experimente außerhalb der internationalen Raumstation ISS.

Öya (Japan). Die Idee eines Weltraumlifts ist nicht neu und wurde bereits von Arthur C. Clarkes in seinem Science-Fiction-Roman „Fahrstuhl zu den Sternen“ aus dem Jahr 1979 aufgegriffen. Bei einem Weltraumlift handelt es sich um eine Art Fahrstuhl, welcher zum einen an einem Punkt am Äquator auf der Erde befestigt ist und zum anderen an einem Satelliten im Erdorbit. Die Fliehkräfte, welche durch die Erdrotation entstehen, sorgen dabei für die Straffung des Aufzugsseils.

Soweit die Theorie, in der Praxis fehlen bisher jedoch nicht nur Materialien, welche den besonderen Anforderungen gerecht werden, sondern auch Wissen über das Verhalten von Gegenständen, wenn sich diese in der Schwerelosigkeit an Kabeln bewegen.

Dazu planten Wissenschaftler der japanischen Shizuoka University mit diversen Partnern ein erstes Experiment, welches bereits in wenigen Tagen von der internationalen Raumstation ISS durchgeführt werden soll.

Ein Kabel und zwei Satelliten

Die Wissenschaftler planen zwei Mikrosatelliten, sogenannte Cubesats, von der ISS auszusetzen und diese mit einem rund zehn Meter langen Kabel zu verbinden. An dem gespannten Kabel soll sich anschließend mit Hilfe eines Motors ein kleiner Container von einem Satelliten zum anderen bewegen. Sollte dieses Experiment erfolgreich verlaufen, so wäre es ein wichtiger und erster Schritt für den Bau eines Weltraumlifts.

An diesen arbeitet bereits seit einigen Jahren das japanische Unternehmen Obayashi, die das aktuelle Experiment ebenfalls als Partner unterstützen. Zeitgleich forscht der Konzern an einem Weltraumaufzug mit einer Kabine von 18 mal 7,2 Metern, in der 30 Passagieren, die bis auf eine Höhe von 36.000 Kilometern gebracht werden sollen.

Unglaublich große Chance für die Raumfahrt

Gelingt es Wissenschaftlern, Forschern und Unternehmen tatsächlich in den nächsten Jahrzehnten einen funktionierenden Weltraumlift zu konstruieren, so bedeutet dies eine unglaublich große Chance für die Raumfahrt. Anstatt der etwa 15.000 US-Dollar pro Kilogramm Nutzlast, würden die Kosten durch einen Weltraumlift auf etwa 200 US-Dollar pro Kilogramm Nutzlast sinken. Zudem würde die Menschheit eine schnelle, sichere und ressourcensparende Möglichkeit besitzen, große Nutzlasten in den Erdorbit zu befördern.

Bis es jedoch soweit ist, müssen noch viele Probleme gelöst werden. Das wohl größte stellt die besondere Materialanforderung an das Tragseil, welches viele tausend Kilometer lang sein muss. Andere Unternehmen sowie auch die NASA arbeiten hier derzeit an einer Lösung aus Graphen, dessen Produktion nur äußerst zeitaufwendig und teuer ist.

1 Kommentar

Joachim Blechle
Für mich ist es zwar auch immer wieder faszinierend, mit welcher Grenzwertigkeit gegenwärtig die in den Treibstoffen steckende chemische Energie ausgenutzt wird um in den Weltraum zu gelangen, aber es ist eben grenzwertig und es bleibt grenzwertig.
Und bezügliche des Weltraumlifts sollten nüchterne Betrachtungen unsinnigen Experimenten vorangehen.
Die Zukunft der Raumfahrt braucht effektive Raumantriebe auf der Basis der Quantenphysik.
Erst dann wird man tatsächlich von Raumfahrt reden können.
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