Pulsar Fusion

Raketentreibstoff aus Plastikmüll erfolgreich getestet

Robert Klatt

Das britische Start-up Pulsar Fusion entwickelt einen Raketentreibstoff auf Basis von Plastikmüll. Dieser ist laut dem CEO des Unternehmens ungiftig.

Salisbury (England). Das britische Start-up Pulsar Fusion entwickelt einen Raketentreibstoff auf Basis von hochdichtem Polyethylen (HDPE) und Sauerstoff. HDPE wird unter anderem in Getränkeflaschen und Rohrleitungen verwendet, ist also auch als Plastikmüll in großen Mengen verfügbar. Als Oxidationsmittel wird im alternativen Treibstoff für Raketen Distickstoffoxid (N2O) verwendet.

Im Herstellungsprozess des Treibstoffs werden Plastikflaschen und anderer Plastikmüll geschmolzen. Aus dem flüssigen Plastik erzeugt Pulsar Fusion dann Zylinderblöcke, die vor dem Start in die Rakete geladen werden. Die Zündung erfolgt durch das flüssige Oxidationsmittel, das unter hohem Druck durch ein Steuerventil in die zentrale Brennkammer gelangt. Wie Richard Dinan, der CEO von Pulsar Fusion gegenüber The Register erklärt, soll der neue Treibstoff ungiftig sein.

Testzündungen auf einem Militärstützpunkt

Am 17. und 18. November erfolgten auf dem britischen Militärstützpunkt COTEC in Salisbury die ersten statistischen Testzündungen, die erfolgreich verliefen. Das relativ kleine Triebwerk erreichte dabei eine Schubkraft von fünf kN. Das Ziel von Pulsar Fusion ist ein Triebwerk mit 100 kN Schubkraft. „Dass eine britische Rakete auf britischem Boden getestet wird, ist ein Novum“, kommentiert Dinan den Testlauf gegenüber New Atlas. Die Hardware-Demonstration erfolgt wenige Tage später vor Kunden aus der Raumfahrtindustrie in der Schweiz.

Laut dem CEO des Unternehmens gehört Pulsar Fusion zu wenigen Unternehmen, die „diese Technologien gebaut und getestet haben“. Auch das private Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic hat versucht, aus Plastikmüll Raketentreibstoff zu erzeugen, beendete die Entwicklung aber ohne Ergebnis nach einem fehlgeschlagenen Testflug im Jahr 2014 wieder. Erfolgreich war hingegen das schottische Unternehmen Skyrora, das seinen Ecosene-Treibstoff aus Kunststoffresten bereits mehrfach erfolgreich testen konnte.

Transport von Satelliten und Astronauten

In Zukunft möchte Pulsar Fusion den alternativen Raketentreibstoff zum Transport von Satelliten und Menschen in den Weltraum nutzen. Außerdem forscht das Start-up bereits an einem Kernfusionsantrieb, der bei statischen Feuertests erstmals im Jahr 2025 erprobt werden soll. Die ersten Starts in den Erdorbit sollen bereits im Jahr 2027 mit dem Kernfusionsantrieb erfolgen.

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