ASKAP J173608.2-321635

Noch nie gesehen Radiosignale aus der Mitte der Milchstraße

Robert Klatt

Ein Radiosignal aus dem Zentrum der Milchstraße stellt die Astronomie vor ein Rätsel. Das zufällig aus- und wieder anzugehende Signal passt zu keiner bekannten Quelle.

Sydney (Australien). Wissenschaftler der Universität Sydney haben laut einer Publikation im The Astrophysical Journal bereits Anfang 2020 ein ungewöhnliches Radiosignal aus dem Zentrum der Milchstraße empfangen. Eine Erklärung für das Signal, das seit seiner Entdeckung mehrfach zufällig an und wieder ausging, gibt es bisher nicht. „So etwas haben wir noch nie gesehen“, kommentiert Ziteng Wang das Signal.

Laut einem Artikel auf The Conversation passen die Radiowellen zu keiner bekannten Quelle. Sie könnten demnach von einem neuartigen Stern stammen. Das größte Rätsel, dass die Radiosignale der Astronomie stellen, ist jedoch die Polarisation des Lichts. Diese rotiert im Zeitverlauf und schwingt dabei nur in eine Richtung. Überdies schwankt die Helligkeit des Objekts um den Faktor 100.

Pulsar oder flackernder Stern?

Die Wissenschaftler gingen aufgrund der Polarisation des Lichts zuerst davon aus, dass es sich um einen flackernden Stern oder einen Pulsar handeln muss. Dies ist aber sehr unwahrscheinlich, weil weder Spuren in anderen Wellenlängen noch die typischen Pulse gefunden werden.

Entdeckt wurde das Objekt mit dem Namen „ASKAP J173608.2-321635“ mit dem Australian Square Kilometre Array Pathfinder Telescope (ASKAP). Die anschließenden Folgebeobachtungen wurden mit den Radioteleskopen Parkes und MeerKAT durchgeführt.

Galactic Centre Radio Transients

Die nun nachgewiesenen Eigenschaften passen laut den Astronomen zu ebenfalls rätselhaften Radiosignalen, die in der Forschung als „Galactic Centre Radio Transients“ bekannt sind. Es gibt aber zu den bisher empfangenen Signalen aus dieser Kategorie auch einige Unterschiede.

Um die noch offenen Fragen und vor allem die Quelle der Radiowellen zu klären, wollen die Entdecker das Signal weiter beobachten. Dazu soll das Square Kilometre Array, das mit Abstand größte Radioteleskop der Erde, verwendet werden. Noch befindet sich dieses Instrument aus über 130.000 Antennen aber noch im Bau.

The Astrophysical Journal, doi: 10.3847/1538-4357/ac2360

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