Sentry-II

Künstliche Intelligenz überwacht gefährlichste Asteroiden

Robert Klatt

Eine neue Software der NASA kann durch die Einbeziehung des Jarkowski-Effekts gefährliche Asteroiden mit deutlich höherer Genauigkeit überwachen.

Washington D.C. (U.S.A.). Das System Sentry ("Wachtposten") der NASA durchsucht seit fast 20 Jahren den Weltraum nach Himmelskörpern, die potenziell gefährlich für die Erde sein könnten. Nun hat Center for Near Earth Object Studies (CNEOS) bekannt gegeben, dass diese Aufgabe nun von Sentry-II übernommen wird. Dank Künstlicher Intelligenz (KI) soll die neue Software die Einschlagwahrscheinlichkeiten für Asteroiden deutlich schneller ermitteln. Außerdem kann Sentry-II auch Spezialfälle automatisch analysieren, die Sentry-I überfordert haben.

Zu den Aufgaben des CNEOS gehört die Berechnung der Orbits aller bekannten erdnahen Asteroiden, also Objekten, die auf ihrer Flugbahn der Erde nahekommen könnten. Sentry-I konnte dank „sehr kluger Mathematik“ die Einschlagwahrscheinlichkeit eines neu entdeckten Asteroiden für die kommenden 100 Jahre in weniger als einer Stunde ermitteln. Laut einer Publikation im The Astronomical Journal erfolgen die Berechnungen bei Sentry-II durch die Einbeziehung des Jarkowski-Effekts nun mit höherer Genauigkeit.

Die gefährlichsten Objekte

In der Earth Impact Monitoring Datenbank veröffentlicht der CNEOS eine Liste der gefährlichsten Objekte. Aktuell wird diese durch die Asteroiden Bennu und 1950 DA angeführt. In Zukunft könnte die Liste dank Sentry-II aber deutlich erweitert werden.

Automatische Analyse von Spezialfällen

Dies liegt daran, dass besonders Spezialfälle wie Apophis und Bennu bisher zeitraubende und komplexe manuelle Analysten benötigten, weil Sentry-I nicht alle Faktoren automatisch miteinbeziehen konnte. Sentry-II kann diese Analysen automatisch durchführen. Relevant ist dies besonders bei Sentry-II, die der Erde sehr nahekommen und dadurch in ihrer Bahn stark abgelenkt werden. Die Anzahl solcher Spezialfälle war bisher überschaubar. Schon bald wird sie dank neuer Instrumente wie dem Vera C. Rubin Observatory aber sehr wahrscheinlich deutlich zunehmen.

The Astronomical Journal, doi: 10.3847/1538-3881/ac193f

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