Erneute Vermessung

Der Asteroid Apophis ist größer als bisher angenommen

von D. Lenz

Mit einem Hochleistungsteleskop der ESA haben Wissenschaftler den Asteroiden Apophis neu vermessen. Mit einem Durchmesser von 325 Metern ist der Asteroid etwa 20 Prozent größer als bisher vermutet.

Garching (Deutschland). Der Asteroid Apophis hat der Welt einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Berechnungen zahlreicher Wissenschaftler hatten ergeben, dass der Asteroid mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit am 13. April 2029 auf der Erde einschlagen könnte. Inzwischen konnte die Bahn des Asteroiden exakter berechnet werden und die Wissenschaftler schließen einen direkten Kontakt mit der Erde im Jahr 2029 aus. Damit wurde Apophis auf der Turiner Skala weiter abgestuft. Was allerdings passiert, wenn sich Apophis im Jahr 2036 der Erde wieder nähert, ist derzeit noch unklar.

Die Europäischen Weltraumorganisation (ESA) untersuchte den Asteroiden mit dem Weltraumteleskop Herschel genauer. Die neusten Analysen ergaben, dass Apophis größer und schwerer ist, als bisher angenommen wurde. Die ESA hatte mit Hilfe des Weltraumteleskops zwei Stunden lang Daten des Asteroiden erfasst, als dieser mit einem Abstand von 14,5 Millionen Kilometern an der Erde vorbei flog. Zum Vergleich: Im Jahr 2029 werden es nur noch 36.000 Kilometer sein und Apophis wird die Umlaufbahnen geostationärer Satelliten kreuzen.

Die neuen Daten zeigen, dass der Asteroid Apophis einen Durchmesser von 325 Meter hat - 20 Prozent mehr als bisher angenommen. Thomas Müller vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching: "Dies bedeutet, dass die Astronomen auch ihre Schätzungen für die Masse von Apophis nach oben korrigieren müssen. Und zwar um rund 75 Prozent!"

Die Datenanalyse zeigt zudem, dass die Schätzungen der bisherigen Oberflächenbeschaffenheit ebenfalls überarbeitet werden müssen. Apophis besitzt ein wesentlich geringeres Rückstrahlvermögen als zuvor geschätzt. Nur 23 Prozent des auftreffenden Lichts werden zurück in den Weltraum reflektiert. Dies bedeutet, dass der Asteroid sich mehr aufheizt und dies langfristig seine Umlaufbahn verändert. Hier sprechen die Astronomen vom sogenannten Jarkowski-Effekt.

In wie fern Apophis im Jahr 2036 der Erde gefährlich werden kann, lässt sich bisher noch nicht exakt berechnen. Neben der Sonneneinstrahlung wird der Vorbeiflug an der Erde im Jahr 2029 entscheidende Veränderungen an der Flugbahn des Asteroiden vornehmen. Bis dahin behalten die Wissenschaftler den Asteroiden mit Weltraumteleskopen und leistungsstarken Teleskopen auf der Erde genauer im Blick und versuchen noch mehr über den Asteroiden zu erfahren.

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