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Kristallablagerungen

Auf Titan existieren Kristalle, die es auf der Erde nicht gibt

Der Saturnmond Titan zählt für die Astronomie mit zu den spannendsten Objekten in unserem Sonnensystem. Auf ihm existieren Flüsse und Seen, es regnet und er besitzt eine Atmosphäre. Dennoch ist Titan ganz anders als die Erde und allem Anschein nach, finden sich auf seiner Oberfläche auch zahlreiche Kristalle, die auf der Erde nicht vorkommen.

Pasadena (U.S.A.). Bisher gibt es von der Oberfläche des Saturnmonds Titan nur wenige Fotos die einen Eindruck seiner Oberfläche, seiner Umwelt oder der dort herrschenden klimatischen Bedingungen vermitteln. Mit der Flugdrohne Dragonfly der NASA wird sich dies im Jahr 2034 aber hoffentlich ändern. Diese wird dann über den Titan fliegen und Atmosphärendaten auswerten sowie für Bodenanalysen auf der Mondoberfläche landen. Erst mit den Fotos von Dragonfly werden wir sehen, wie es auf dem Titan wirklich aussieht.

Bisher stellen Astrogelogen nur Vermutungen über die Titanoberfläche an, auch wenn diese auf wissenschaftlich gestützten Daten basieren. Klar ist, dass die Atmosphäre des Titans zu 98,4 Prozent aus Stickstoff besteht und dass es dort auch Wolken, Flüsse und Seen gibt. Bei einer Oberflächentemperatur von etwa minus 179 Grad Celsius zirkuliert auf Titan jedoch kein Wasser, sondern hauptsächlich Ethan und Methan.

Exotische Kristalle an Gewässerrändern

Fotos der Cassini-Sonde zeigen, dass vor allem in den Polregionen des Monds Ethan und Methan zu Seen zusammenfließen und dort die Größe von irdischen Binnenmeeren erreichen können. Neuste Beobachtungen und wissenschaftliche Auswertungen zeigen, dass wenn sich die Seen durch Verdunstung zurückziehen, sie am Gewässerrand Spuren hinterlassen. Die Wissenschaftler bezeichnen diese als Badewannenringe, obwohl es sich allem Anschein nach um Kristallringe handelt, wie die Astrogeologen der American Geophysical Union berichten.

Anders als auf der Erde handelt es sich bei den Ablagerungen jedoch nicht um eine Salzkruste, sondern um exotische Kristalle, die so auf der Erde nicht vorkommen. Sie bestehen aus festen Ethin (Acetylen) und Butan. Auf der Erde sind beide chemischen Verbindungen nur im gasförmigen Zustand vorhanden.

Natürlich konnten die Wissenschaftler die exotischen Kristalle nicht direkt auf Titan beobachten. Ihre Erkenntnisse stammen aus einem Speziallabor, wo Morgan Cable und seine Kollegen vom Jet Propulsion Laboratory der NASA Experimente mit Ethan und Methan auf dem Temperaturniveau des Titans machten.

Exotische Kristalle mit überraschenden Eigenschaften

Die Wissenschaftler stellten fest, dass sich bei ihren Experimenten Benzolkristalle bildeten und diese überraschende Eigenschaften besitzen. Unter den klimatischen Bedingungen wie auf dem Titan wandeln sich die sechseckigen Benzolringe so um, dass sie Ethan-Moleküle in ihrem Inneren aufnehmen und gemeinsam einen Kristall bilden.

Es zeigte sich weiter, dass es auf dem Titan extrem viele Kristalle aus Ethin und Butan geben müsste. Sie vermuten, dass die orangefarbenen Schattierungen auf den Cassini-Fotos des Titan Kristallfelder sein könnten. Gewissheit wird aber erst die Titan-Mission Dragonfly bringen können.

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