1,75 Milliarden Jahre

Astronomen berechnen den Todeszeitpunkt der Erde

von Dennis L.

Astronomen beschäftigen sich bei ihrer Arbeit auch mit der Zeit, welche Planeten in der habitablen Zone verbringen und mit der Zeit, wann sie diese wieder verlassen. Im Fokus aktueller Forschungen steht dabei auch die Erde, die laut Astronomen spätestens in 1,75 Milliarden Jahren ihr Ende finden wird.

Norwich (England). Britische Forscher berichten im Fachblatt Astrobiology, dass 70 Prozent der Lebensspanne der Erde bereits aufgebraucht sind. Die vor ihr liegenden 30 Prozent belaufen sich auf einen Zeitraum von ungefähr 1,75 bis 3,25 Milliarden Jahren. Ab diesem Zeitpunkt wird die bis dahin aufgeblähte und zu einem riesigen, roten Stern ausgedehnten Sonne so heiß sein, dass jegliches Wasser, das sich auf der Erdoberfläche befindet, verdampft und menschliches Leben unmöglich sein wird.

Das Forschungsteam der University of East Anglia um Andrew Rushby ging es jedoch weniger darum, wie sich die Erde in weiter Zukunft entwickeln wird. Mögliches Leben im Weltall und die Suche danach ist der Inhalt ihrer eigentlichen Studien. Dafür schauen sie sich besonders die habitablen Zonen von Planeten an.

Ein Planet befindet sich in einer solchen Zone, wenn Wasser auf Großteilen der Oberfläche in flüssiger Form auftritt. Das Vorkommen von flüssigem Wasser ist der einzige Zustand dieses Elements, das als bisherige Grundvoraussetzung für Leben gilt.

Wanderung der habitablen Zone

Ein Stern hat sich verändernde Lebenszyklen. Daher ist die sogenannte habitable Zone ebenfalls nicht statisch. Das bedeutet, auch in unserem Sonnensystem bewegt sich diese Zone im Laufe der Zeit weiter nach Außen, wobei die Entfernung zwischen der Sonne und der Erde als Maßstab gilt. Das Forscherteam um Rushby berechnete im Rahmen ihrer Arbeit den Zeitraum für verschiedene Exoplaneten, in dem sie sich demnach in der habitablen Zone befinden.

Komplexe Lebensformen können sich nur unter der Voraussetzung entwickeln, dass der Exoplanet für einen ausreichenden Zeitraum in einer habitablen Zone kreist. Rushby erklärt dem Independent den Sachverhalt folgendermaßen: „Es ist sinnlos auf einem Planeten nach Anzeichen für Leben zu suchen, wenn er nur eine Million Jahre bewohnbar war." Exoplaneten befinden sich für unterschiedlich lange Zeiträume in einer habitablen Zone:

  • Kepler 22b: ca. sechs Milliarden Jahre
  • Gliese 581d: ca. 54,7 Milliarden Jahre
  • Erde: 6,3 bis 7,8 Milliarden Jahre

Laut Rushby ist es aufgrund der aktuellen Technologien noch nicht möglich, Leben auf Kepler 22b und Gliese 581d nachzuweisen, was sich nach seiner Aussage jedoch in den nächsten zweihundert bis dreihundert Jahren ändern könne.

Astrobiology, doi: 10.1089/ast.2012.0938

3 Kommentare

Berger
Nehmt das Geld der Rüstung der Geheimdienste alle unnötigen Subventionen, steuervergünstigungen der Firmen und bringe unseren Planeten wieder in Ordnung
Silvio Porrini
Wenn dieser Zeitpunkt eintrifft stehe ich kurz vor meiner Pension. Was soll ich also tun wenn es soweit ist?
Spaß beiseite:
Was das Leben auf diesem Planeten alles noch hervorbringt, werden wir Menschen sicherlich nie erfahren. Ich bin einfach glücklich darüber das ich eine Zeitlang daran teilhaben konnte. Einst war dieser Planet eine Kugel aus flüssigem Magma. Daraus geworden ist ein Blauer Planet mit millionenfachem Leben. Das Leben ist ein Wunder. Nur wir Menschen verhalten uns trotz Intelligenz wie Idioten.. Diese menschliche Intelligenz dient dem Tod mehr als dem Leben - heutzutage mehr denn je.
Wolfgang Lux
Tut uns nicht mehr weh.
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