Urzeitliche Python

Schlangenfossil mit erhaltener Luftröhre in Deutschland entdeckt

Robert Klatt

Urzeitliche Python )rheB onurB /grebnekcneS(Foto: © 

In der Grube Messel in der Nähe von Darmstadt wurden erneut zahlreiche Fossilien entdeckt, darunter auch eine einzigartige urzeitliche Python mit verlängerter Lunge.

Frankfurt am Main (Deutschland). Die Grube Messen ist eine der global bedeutendsten Fossilienfundstätten. In den letzten Jahren wurde dort unter anderem eine unbekannte Vogelart, das älteste Fossil einer lebendgebärenden Schlange und die weltweit älteste Python entdeckt. Ein Team des Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt um Sonja Wedmann hat in der Gruppe Messel während der diesjährigen Grabungskampagne 820 weitere Funde entdeckt.

„Etwa 80 Prozent der neuen Fossilien sind Insekten und Pflanzen, die restlichen 20 Prozent setzen sich aus Wirbeltieren, hauptsächlich Fischen, aber auch unvollständigen Resten von drei Vögeln zusammen.“

Jungtier eine Schlange mit Luftröhre

Zu den zahlreichen Funden gehört auch eine 41 Zentimeter lange Schlange.

„Beim Aufspalten der Schieferplatten war erstmal nicht abzusehen, in welchem Zustand das Reptil ist – ob es sich beispielsweise nur um ein Stück Wirbelsäule handelt oder ob auch der Kopf oder der Schwanz des Tiers überliefert wurden. Unser Senckenberg-Präparator Bruno Behr hat dann direkt angefangen, die Schlange zu präparieren. Seine überaus sorgfältige und aktuell noch nicht abgeschlossene Arbeit hat erst die Besonderheit des Fossils ans Tageslicht gebracht.“

Erste Analysen zeigten, dass das 47 Millionen Jahre alte Schlangenfossil mehr als nur einen intakten Kopf, Körper und Schwanz aufweist. Es beinhaltet laut Behr auch eine selten erhaltene anatomische Besonderheit, nämlich die verlängerte Luftröhre des Reptils, die sich erst weit im hinteren Bereich des Körpers in zwei Bronchialäste teilt.

„An dem neu entdeckten Fossil kann man dies fantastisch beobachten, weil die Form und die Lage der Luftröhre perfekt durch schützende, gut erhaltene Knorpelringe gekennzeichnet sind.“

Der Paläoherpetologe betont, dass ein solch exzellent erhaltene Luftröhre in einem Schlangenfossil aus Deutschland einzigartig sei. Der Grund für die ungewöhnlich lange Luftröhre bei Schlangen liegt in ihrer ebenso stark modifizierten Lunge.

Urzeitliche Python besitzt verlängerte Lunge

Wie Krister Smith erklärt, ist die Lunge der schlauchförmig verlängert. Sie kann rund 40 Prozent der Körperlänge erreichen.

„Die rechte Lunge ist viel größer als die linke, die sogar ganz fehlen kann. Zudem ist die Lunge schlauchförmig verlängert. Auf den Menschen übertragen würde das bedeuten, dass unsere Lunge so lang wie ein Arm ist.“

Die Paläontologen leiten aus vorläufigen Untersuchungen ab, dass der außergewöhnliche Fund wahrscheinlich ein Jungtier einer prähistorischen Python darstellt. Dies legen insbesondere die Zähne nahe, die im Zwischenkieferbereich des Fossils gefunden wurden.

„Es dürfte sich bei dem neuen Fund aber um eine noch unbekannte Art handeln – eine genauere Beurteilung können wir aber erst nach Abschluss der Präparation, insbesondere der noch im Gestein befindlichen Schädelseite, vornehmen.“

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