An bestimmten Orten der Welt hören Menschen seit Jahrhunderten ein rätselhaftes Geräusch: einen dumpfen, kanonenartigen Knall, der scheinbar aus dem Nichts kommt. Kein Gewitter, kein Flugzeug, keine Explosion ist zu sehen, und doch rollt ein tiefes Grollen über Land oder Meer. Solche Geräusche tragen den Namen Skyquakes, und an manchen Küsten sind sie so vertraut, dass sie eigene lokale Bezeichnungen bekommen haben. Trotz vieler Erklärungsversuche gibt es bis heute keine allgemein anerkannte Ursache. Die Knalle bleiben eines der beständigsten akustischen Rätsel der Natur.
Berichte über solche unerklärten Knallgeräusche stammen aus ganz unterschiedlichen Regionen und Zeiten. Häufig werden sie in der Nähe von Küsten, großen Seen oder Flussmündungen gehört, aber auch im Binnenland. In einigen Gegenden treten sie so regelmäßig auf, dass die Menschen dort seit Generationen von ihnen wissen und ihnen eigene Namen gegeben haben. Beschrieben wird meist ein tiefes, grollendes oder krachendes Geräusch, das an fernen Kanonendonner erinnert und manchmal die Fensterscheiben zittern lässt. Oft geschieht dies bei ruhigem, klarem Wetter, was eine einfache Erklärung durch Gewitter ausschließt. Genau diese Kombination aus lautem Knall und fehlender sichtbarer Ursache macht das Phänomen so verwirrend.
Was die Erforschung erschwert, ist die flüchtige Natur der Geräusche. Ein Knall ist in Sekundenbruchteilen vorüber und lässt sich schwer aufzeichnen, wenn niemand darauf vorbereitet ist. Zudem können sich Schallquellen über große Entfernungen verstecken, denn Geräusche breiten sich je nach Wetterlage unterschiedlich weit aus und können weit entfernt entstehen, ohne dass man den Ursprung sieht. So ist es oft unmöglich zu sagen, ob ein Knall aus der Luft, vom Meer oder aus dem Boden kam. Diese Unbestimmtheit hat dazu geführt, dass über die Jahrhunderte viele verschiedene Erklärungen vorgeschlagen wurden, ohne dass sich eine davon eindeutig durchsetzen konnte.
Skyquakes sind laute, dumpfe Knallgeräusche, die scheinbar ohne Quelle auftreten, oft bei klarem Wetter und ohne sichtbaren Auslöser. Sie sind an vielen Orten seit Langem belegt, lassen sich aber wegen ihrer Kürze schwer aufzeichnen. Eine einzelne, allgemein anerkannte Ursache gibt es bis heute nicht.
Der Kern des Rätsels ist die Diskrepanz zwischen einem sehr auffälligen Reiz und einer völlig fehlenden sichtbaren Ursache. Ein Knall, der Fenster klirren lässt, verlangt nach einer kräftigen Schallquelle, doch am Himmel und in der Landschaft ist nichts zu erkennen. Weil die Geräusche zudem über weite Strecken getragen werden können, ist der wahre Ursprung oft weit vom Ort des Hörens entfernt. Das erschwert die Zuordnung enorm. Hinzu kommt, dass es sich vermutlich nicht um ein einziges Phänomen handelt, sondern um verschiedene Ursachen, die alle einen ähnlichen Knall erzeugen. Damit wird die Suche nach der einen Erklärung von vornherein zu einer Suche nach mehreren.
Für die geheimnisvollen Knalle gibt es zahlreiche Vorschläge. Ein naheliegender Gedanke ist ferner Donner, der über große Entfernungen getragen wird, ohne dass das zugehörige Gewitter zu sehen ist. Auch überschallschnelle Objekte, etwa Flugzeuge oder Meteore, die in der Atmosphäre zerplatzen, können knallartige Geräusche erzeugen. Weitere Ideen reichen von Gasen, die aus dem Meeresboden oder aus Sümpfen entweichen, über brechende Wellen und Strömungen bis hin zu kleinen, kaum spürbaren seismischen Ereignissen im Untergrund. Jede dieser Erklärungen kann einen Teil der Fälle abdecken, doch keine erklärt alle. Gerade weil die Knalle an so unterschiedlichen Orten und unter verschiedenen Bedingungen auftreten, ist wahrscheinlich, dass mehrere dieser Ursachen zusammenwirken oder je nach Region eine andere überwiegt.
Ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis liegt in der Ausbreitung von Schall in der Atmosphäre. Unter bestimmten Wetterlagen, etwa wenn sich warme und kalte Luftschichten übereinanderlegen, kann Schall wie in einem Kanal geführt und über sehr große Entfernungen getragen werden. Ein Geräusch, das an einem weit entfernten Ort entsteht, kann so an einer scheinbar ruhigen Küste plötzlich und laut auftauchen, ohne dass die Quelle in der Nähe liegt. Das erklärt, warum ein Knall aus heiterem Himmel kommen kann, obwohl es dafür eine reale, nur weit entfernte Ursache gibt. Wie beeindruckend die Bandbreite natürlicher und menschgemachter Geräusche ist, zeigt sich auch bei den lautesten Geräuschen der Welt. Bei den Skyquakes ist es aber gerade das Verborgene der Quelle, das sie so rätselhaft macht.
Um die unerklärten Knalle besser zu verstehen, versuchen Fachleute, sie mit empfindlichen Messgeräten aufzuzeichnen, die auch sehr tiefe, für das menschliche Ohr kaum hörbare Schallanteile erfassen. Solche Aufzeichnungen können helfen, den Ursprung eines Knalls grob zu orten und zwischen verschiedenen Ursachen zu unterscheiden, etwa zwischen einem Ereignis in der Luft und einem im Boden. Der Vergleich vieler solcher Messungen an bekannten Knall-Küsten könnte langfristig zeigen, welche Erklärung wo überwiegt. Das Problem bleibt jedoch, dass die Geräusche unregelmäßig und unangekündigt auftreten, sodass man auf Geduld und dauerhaft laufende Messstationen angewiesen ist. So nähert sich die Forschung dem Phänomen langsam an, ohne es bislang vollständig aufgeklärt zu haben.
Am Ende steht ein Rätsel, das gerade wegen seiner Einfachheit fasziniert. Ein lauter Knall ohne sichtbare Quelle ist ein Erlebnis, das viele Menschen unmittelbar berührt und das seit Jahrhunderten überliefert wird. Gesichert ist, dass die Skyquakes real sind und an bestimmten Orten regelmäßig auftreten. Ungeklärt bleibt, welche Ursache im Einzelfall dahintersteckt, zumal wahrscheinlich mehrere Erklärungen zusammenkommen. Damit gehören die Knalle zu jenen Naturphänomenen, die man hören, aber kaum fassen kann. Zurück bleibt das Bild einer stillen, weiten Landschaft, über die plötzlich ein dumpfes Grollen rollt, dessen Ursprung sich der Beobachtung entzieht und dessen Geheimnis bis heute Bestand hat.
Quelle: geophysikalische und akustische Fachliteratur zu Mistpouffers und verwandten unerklärten Detonationsgeräuschen