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Waldsterben

Viele Bäume überleben den Klimawandel nicht

Viele Bäume überleben den Klimawandel nicht

Mit der zunehmenden Dürre, ausgelöst durch den immer fortschreitenden Klimawandel, kommen über 70 Prozent der weltweiten Baumarten nicht zurecht. Als direkte Folge bricht der Wassertransport in den Baumgefäßen ab, was zum Austrocknen und anschließend zum Absterben des Baumes führt.

Ulm (Deutschland). Der Klimawandel stellt für viele Baumarten eine echte Gefahr dar. Ein internationales Forscherteam der Universität Ulm hat bei umfangreichen Untersuchungen herausgefunden, dass weltweit 70 Prozent der Baumarten mit der zunehmenden Trockenheit, ausgelöst durch den Klimawandel, nicht zurecht kommen. Steven Jansen und seine Forscherkollegen haben insgesamt 226 Baumarten untersucht und festgestellt, dass 70 Prozent der untersuchten Baumarten bei zunehmenden Regenausfall absterben. Gerade Laubbäume und Kiefern haben demnach besonders große Schwierigkeiten mit dem Wassermangel. Die Forscher glauben, dass das große Baumsterben beginnt, sobald es nur etwas trocknender auf der Welt wird. Die Schwelle die das Baumsterben auslösen wird, liege nur ganz knapp unterhalb der heutigen Bedingungen, wie die Forscher im Fachmagazin Nature berichten.

Die neuen Ergebnisse zeigen, dass die weltweiten Wälder in allen Klimazonen wesentlich stärker durch den fortschreitenden Klimawandel bedroht sind, als bislang angenommen. Anhand der Häufigkeit gewisser Baumarten in einem Wald, lässt sich heute schon sagen, welche Wälder durch die Klimaveränderung am stärksten gefährdet sind.

Damit ein Baum einzelnen Blätter und andere Pflanzenteile in der Baumkrone mit Wasser versorgen kann, muss in den Baumgefäßen ein gewisser Druck aufrecht gehalten werden. Fällt der Druck ab, zum Beispiel weil die Wurzeln kein weiteres Wasser aufnehmen können, so entstehen in den Baumgefäßen winzige Luftblasen. "Fließt dann kein neues Wasser aus dem Boden nach, reißt die Wassersäule vollends ab, als Folge trocknet die Pflanze aus und stirbt letztlich", erklärt Jansen, Leiter der Studie. Der kritische Wasserdruck zwischen den oberen Blättern und den Wurzeln im Erdreich ist von Baumart zu Baumart verschieden. Genauere Daten fehlen den Forschern derzeit noch, aber anhand ihrer Ergebnisse lässt sich jetzt schon von einer großen Gefahr für den weltweiten Baumbestand voraussagen.

Für ihre Studie ermittelten die Forscher für 226 Baumarten den in der Natur bisher niedrigsten Wasserdruck in den Gefäßen sowie die kritische Schwelle, bei welcher der Wassertransport in die Baumspitze abreißt. Je näher die beiden Werte beieinander liegen, desto geringer ist der Puffer, den die Baumart gegenüber dem Wassermangel besitzt.

Die Analyse der erfassten Daten ergab, dass rund 70 Prozent der getesteten Baumarten nur sehr wenig Spielraum zwischen den heutigen Minimalwerten und der kritischen Schwelle besitzen. Besonders kritisch sei dies bei 42 Prozent der Laubbaumarten, so die Forscher. Nadelbäume haben in der Regel einen etwas größeren Puffer und kommen mit anhaltender Trockenheit besser zurecht. Eine Ausnahme bilden jedoch Kiefern: Diese sind ebenso in Gefahr wie der Laubbaumbestand.

Die Forscher vermuten, dass in naher Zukunft sterbende Wälder immer häufiger anzutreffen sind. Die Studie hat uns gezeigt, dass kein Wald mit der zunehmenden Trockenheit durch den Klimawandel zurecht kommt.

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