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Klimaforschung

Unbekanntes Phänomen in der Atmosphäre entdeckt

Der Ozon-Spezialist und Wissenschaftler Dr. Markus Rex entdeckte mit seinem internationalen Forschungsteam ein unbekanntes Atmosphären-Phänomen. Über dem tropischen Westpazifik erstreckt sich durch die verschiedenen Schichten der Erdatmosphäre eine Art Fahrstuhl. Dabei können chemische Substanzen aus unserer Umwelt ungefiltert bis hinauf in die Stratosphäre gelangen.

Potsdam (Deutschland). Wissenschaftler vom Alfred-Wagner-Institut haben ein natürliches Phänomen, was bis dahin unbekannt war, in der Erdatmosphäre entdeckt. Unsere Atmosphäre besteht aus mehreren Schichten, die bis in die Stratosphäre reichen. Eine davon ist die OH-Schicht, die einen Teil der Troposphäre bildet. Dank dem so genannten OH-Radikal fungiert diese Schicht wie eine Art Luftfilter für nach oben steigende Substanzen. Dies können von Menschen verursachte Schadstoffe, aber auch natürliche chemische Prozesse aus unserer Umwelt sein. Normalerweise werden diese Substanzen durch das Radikal OH abgebaut, so dass sich diese Substanzen nicht über die Atmosphäre hinweg verbreiten können.

Kaum messbare Konzentration von Ozon vorhanden

Die Entdeckung des Atmosphärenphysikers Dr. Markus Rex erfolgte im Jahr 2009, als er mit seinem internationalen Team auf dem Forschungsschiff “Sonne“ wissenschaftliche Untersuchungen im tropischen Westpazifik durchführte. Dabei ließ er im Abstand von 400 Kilometern Ozonsonden aufsteigen. Ungewöhnlich war, dass dabei kaum oder gar kein Ozon gemessen wurde. Über den gesamten Messvorgang blieb der Nachweis unter der erforderlichen Grenze von 10 ppbv. Normalerweise ist die Konzentration in diesen Atmosphärenbereichen drei- bis zehnmal so hoch, so der Sprecher des Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung.

Loch in der OH-Schicht beeinflusst möglicherweise die Entstehung von Ozon-Löchern

Das OH-Loch misst eine Größe von mehreren tausend Kilometern. Die OH-Schicht auch als OH-Waschmaschine bezeichnet, wäscht die Luft von Chemikalien frei. Das im Jahr 2009 entdeckte und später auch von anderen Wissenschaftlern bestätigte Phänomen führt dazu, das Ozon in die Stratosphäre gelangen kann. Hierbei liegt nun auch die Vermutung wie Ozonlöcher entstehen können, beziehungsweise der Ozonabbau begünstigt wird. Die Entdeckung richtet sich auf die globalen klimatischen Probleme der Menschheit. Um weitere Forschungen anzustellen, soll ein weiteres, von der EU mit 9 Millionen Euro finanziertes Projekt mit dem Namen "StratoClim" realisiert werden. Gemeinsam mit dem Institut für Umweltphysik in Bremen wird das Alfred-Wegener-Institut die Koordination des Projektes übernehmen.

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