Umweltverschmutzung

Plastikmüll im Meer überwiegend in Küstennähe zu finden

Dennis L.

Obwohl es auf den Ozeanen riesige Müllteppiche aus Plastikabfällen schwimmen, fanden Schweizer Forscher in einer umfangreichen Untersuchung heraus, dass der Großteil des Plastikmülls in den Meeren in der Nähe von Küsten anzufinden ist.

Bern (Schweiz). Das Wissenschaftler-Team der Universität Bern beschäftigt sich schon länger mit dem Plastikproblem der Ozeane. Vor rund einem Jahr kamen sie beispielsweise zu dem Ergebnis, dass jährlich etwa 13 Millionen Tonnen Plastik in Meer gelangen. Nun haben die Wissenschaftler untersucht, wo sich die Unmengen an Müll aufhalten. „In allen Szenarien, die wir berechnet haben, treiben rund 80 Prozent des schwimmenden Plastikmülls fünf Jahre, nachdem er ins Meer gelangt ist, nicht weiter als zehn Kilometer von der Küste weg“, erklärt Victor Onink vom Oeschger-Zentrum für Klimaforschung.

So wird der überwiegende Teil des Plastiks wieder an Land geschwemmt, erklärt Onink weiter. Nach neusten Berechnungen gelangt mindestens ein Drittel des Plastiks aus den Weltmeeren nach einiger Zeit wieder an Land. Dies habe gravierende Folgen für die Umwelt, denn die küstennahen Ökosysteme reagieren besonders sensibel auf Umweltverschmutzungen. Zudem beeinträchtige dies den Tourismus, der für viele Küstenorte die wichtigste Einnahmequelle darstellt.

Das Mittelmeer ist vom Müllproblem besonders stark betroffen

Laut Onink ist das Mittelmeer aus zwei Gründen besonders stark von dem Müllproblem betroffen.

  1. Durch den Nil gelangen besonders große Mengen Plastikabfälle in das Mittelmeer.
  2. Das Meer ist verhältnismäßig klein und zudem nahezu abgeschlossen, wodurch die Plastikkonzentration besonders hoch ist.

Um der Verschmutzung der Ozeane entgegenzuwirken, empfehlen die Wissenschaftler den Plastikmüll einzusammeln und zu recyceln, bevor er ins Meer gespült wird. Dies sei wesentlich effektiver, als später zu versuchen, das Plastik aus dem offenen Meer zu fischen. „Auf dem Meer ist die Konzentration von Plastik relativ gering“, wodurch das Einsammeln recht ineffizient ist.

Zudem ist der Anteil von sogenanntem Mikroplastik in den Meeren recht hoch, welcher sich nicht durch einfache Filter oder Netze einsammeln ließe. Die Entsorgung des Plastiks, bevor es durch die Flüsse ins Meer gespült wird, würde langfristig den Anteil von Mikroplastik in den Ozeanen reduzieren.

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