WWF-Studie

Pflanzliche Lebensmittel verbrauchen mehr Wasser als Fleisch

Dennis L.

Auf den Punkt gebracht
  • Vegane und vegetarische Lebensmittel verbrauchen mehr Wasser als die Produktion von Fleisch
  • Viele pflanzliche Lebensmittel stammen aus wasserarmen Regionen

Vegane und vegetarische Lebensmittel verbrauchen mehr Wasser als Fleisch und schaden in diesem Punkt der Umwelt mehr. Vegi-Organisationen kritisieren jedoch die aktuelle WWF-Studie zum Wasserverbrauch pflanzlicher Lebensmittel.

Gland (Schweiz). Eine neue Studie von der Umweltschutzorganisation WWF zeigt, dass pflanzliche Lebensmittel mehr Wasser verbrauchen als für die Produktion von Fleisch benötigt wird. Zumindest in diesem Punkt wären damit vegane und vegetarische schlechter für die Umwelt. Jedoch steht die aktuelle Studie bei diversen Vegi-Organisationen stark in der Kritik.

Vegane und vegetarische Lebensmittel gelten als gesund und klimafreundlich. Laut einer aktuellen Studie der Umweltschutzorganisation WWF stimmt diese Aussage nur zum Teil, denn ein Großteil der pflanzlichen Lebensmittel verbrauchen mehr Wasser als tierische Lebensmittel.

Zitrusfrüchte und Mandeln zum Beispiel benötigen zum Wachsen sehr viel Wasser. Zitronen, Orangen und Mandarinen benötigen etwa 6,9 Kubikmeter Wasser pro Person und Jahr. Das entspricht in etwa der Menge von 58 Badewannen. Bei Mandeln sind es etwa 2,5 Kubikmeter bzw. 20 Badewannen Wasser.

Laut den Studienautoren verursacht ein veganer oder vegetarischer Lebensstil einen jährlichen Wasserverbrauch von etwa 39,4 Kubikmeter pro Jahr. Menschen die Fleisch essen verbrauchen demnach nur rund 29,2 Kubikmeter Wasser pro Person und Jahr.

Über 2.000 Liter Wasser für ein Kilogramm Mandeln

Nach Angaben des World Wildlife Fund ist der höhere Wasserverbrauch einer vollständig veganen oder vegetarischen Ernährung darauf zurückzuführen, dass die meisten pflanzlichen Lebensmittel aus Regionen mit geringen Niederschlagsmengen stammen und daher oft künstlich bewässert werden müssen. Der Anbau von Futtermitteln verbraucht wesentlich weniger Wasser und stammt zudem aus Regionen, wo Wasser in ausreichend großen Mengen vorhanden ist und muss anders als Obst und Gemüse nicht künstlich bewässert werden.

Kalifornien produziert etwa 80 Prozent der weltweiten Mandeln und ist damit weltweit führend in der Produktion. Um dort jedoch ein Kilo Mandeln zu produzieren, werden durchschnittlich 2.028 Liter Wasser benötigt. Der US-Bundesstaat leidet seit Jahren unter starken Dürreperioden und schwerem Wassermangel. Auch Spanien ist ein wichtiger Mandel-Lieferant, leidet aber ebenfalls unter Wasserknappheit.

Politik und Unternehmen müssen mehr tun

„Um den Wasserverbrauch weltweit zu senken, müssen Politik und Unternehmen handeln“, sagt Daniela Hoffmann, Expertin für nachhaltige Ernährung beim WWF Schweiz. So lange Tonnen an Lebensmittel aus wasserarmen Regionen der Welt importiert werden, wird der Wasserverbrauch dort sehr hoch sein.

Zudem sollte der regionale Anbau pflanzlicher Nahrungsmittel in wasserreichen Regionen mehr gefördert werden. „Weil nach wie vor gilt: Eine pflanzliche Ernährung ist für den Planeten besser!“

Kritik: Fleischesser konsumieren ebenfalls Mandeln und Zitrusfrüchte

Dass Obst und Gemüse in wasserarmen Regionen angebaut werden und von dort aus in die ganze Welt exportiert werden, ist laut der Organisation Swissveg schon lange bekannt. „Das Problem könnte aber gelöst werden, wenn hierzulande und in anderen Regionen mit genügend Wasser mehr Gemüse und Obst angebaut würde“, erklärt Geschäftsführer Renato Pichler. „Wer sich vegan ernährt, schadet der Umwelt weniger“, so Pichler weiter. Denn die Flächen, die für Tierfutter verwendet werden, könnten immer auch für die menschliche Ernährung genutzt werden. Dabei könnten mehr Menschen davon ernährt werden als vom Fleisch, das aus dem Futter produziert wird.

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