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Von: Andreas S.
Von der ISS

Mysteriöse Blitze in der Atmosphäre fotografiert

Astronauten der Internationalen Raumstation (ISS) fotografieren gleich mehrere sehr seltene Höhenblitze in der obersten Erdatmosphäre. Die "Sprites" oder auf deutsch "Kobolde" genannten Blitze sind so nur vom Weltraum aus zu sehen.

Einer der Höhenblitze, fotografiert von der Raumstation ISS.
© nasa.gov

Arpajon (Frankreich). Wer schon einmal einen tropischen Gewittersturm miterlebt hat, der weiß, welche enormen Entladungen die feuchte Luft mit sich bringen kann. Auf der Erde gibt es aber noch wesentlich gewaltigere Blitze in den obersten Schichten der Erdatmosphäre. Diese sogenannten Höhenblitze sind erst seit knapp 20 Jahren bekannt, obwohl immer wieder Piloten von diesem seltenen Wetterphänomen berichtet haben.

Heute sind die "Sprites" (auf deutsch: Kobolde") genannten Blitze mit ihren begleitenden Lichterscheinungen auch vom Boden dokumentiert. Allerdings wird das Licht auf dem Weg zur Erdoberfläche so stark gefiltert, dass die Höhenblitze kaum wahrnehmbar sind. Vom Weltraum aus sind diese Blitze viel besser zu beobachten. Bei Beobachtungsaufzeichnungen von Gewittern hat die Besatzung der Internationalen Raumstation zahlreiche Aufnahmen gemacht, die anschließend von französischen Forschern ausgewertet wurden. Dabei konnten die Wissenschaftler zahlreiche Höhenblitze und die begleitenden Kobolde ausfindig machen. Über die gut dokumentierten Höhenblitze berichten die Forscher nun im Journal of Geophysical Research.

"Dies sind die ersten Farbbilder von Kobolden, die aus dem All aufgenommen wurden. Solche Aufnahmen enthalten Informationen, die wir wegen der Absorption durch die Atmosphäre nicht in tieferer Höhe gewinnen können", sagt Thomas Farges vom Kernforschungszentrum in Arpajon. Die Astronauten haben die Bilder mit einer handelsüblichen digitalen Profikamera durch das Bullauge der Raumstation aufgenommen.

Die Kobolde, die immer in der Nähe der Höhenblitze auftauchen sind rötlich, grün bis blau und erstrecken sich über Dutzende Kilometer. Als Begleiterscheinung von Höhenblitzen sind sie äußerst selten und dauern nur wenige Tausendstel Sekunden. Aus diesem Grund ist es, von der Erde und vom Weltraum aus, sehr schwierig diese fotografieren.

Bei der Auswertung von 20 Stunden Bildmaterial konnten die französischen Forscher 15 Höhenblitze, 50 Meteore und Tausende gewöhnliche Blitze ausfindig machen.

Kobolde treten weit oberhalb der Wolkengrenze, in bis zu 100 Kilometern Höhe, auf. Bislang sind solche Blitze nur aus tropischen Erdregionen bekannt, wo regelmäßig sehr intensive Gewitter vorkommen. In diesen Regionen wird die mittlere Erdatmosphäre durch die Blitze so stark aufgeladen, dass schließlich es unter bestimmten Bedingungen zu einer gewaltigen Entladung in Form eines Höhenblitzes kommen kann.

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