Umweltverschmutzung

Millionen Tonnen Plastikmüll durch Covid-19-Pandemie

Robert Klatt

Masken, Schutzausrüstungen und andere Abfälle der Covid-19-Pandemie haben zu 8,4 Millionen Tonnen zusätzlichem Plastikmüll geführt. Davon sind schon mindestens 25.000 Tonnen in die Ozeane gelangt. Die Pandemie verschärft damit das bereits außer Kontrolle geratene globale Plastikmüllproblem

San Diego (U.S.A.). Laut einer Studie der University of California in San Diego sind durch die Covid-19-Pandemie in 193 Ländern insgesamt 8,4 Millionen Tonnen Plastikmüll zusätzlich angefallen. Insgesamt produziert die Menschheit pro Jahr laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) etwa 300 Millionen Tonnen Plastikmüll.

Ein Großteil des zusätzlichen Mülls entstand laut der im Fachmagazin PNAS veröffentlichen Studie in Krankenhäusern (87,4 %), insbesondere im asiatischen Raum. Der Rest entfällt auf Masken und andere Schutzausrüstung von Unternehmen und Privathaushalten (7,6 %) sowie zusätzliche Verpackungen des Onlinehandels (4,7 %), der aufgrund der Covid-19-Pandemie Absatzrekorde erzielen konnte.

Globales Umweltproblem

„Kunststoffabfälle schaden dem Leben im Meer und sind zu einem großen globalen Umweltproblem geworden“, erklären die Wissenschaftler In der Covid-19-Pandemie wurde dieses Problem durch die stark erhöhte Nachfrage nach Einwegplastik noch verschlimmert.

Das Team um Yiming Peng und Peipei Wu schätzt, dass inzwischen über 25.000 Tonnen des Corona-Mülls in die Ozeane gelangt sind. Innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre wird ein Großteil davon entweder zum Meeresgrund sinken oder an Stränden angespült werden. Die Autoren fordern deshalb einen umweltgerechten Umgang mit medizinischen Abfällen, primär in den Schwellen- und Entwicklungsländern.

„Die Pandemie hat den Druck auf ein bereits außer Kontrolle geratenes globales Plastikmüllproblem verschärft“, konstatieren die Wissenschaftler.

PNAS, doi: 10.1073/pnas.2111530118

Spannend & Interessant
VGWortpixel