Von: Dennis L.
Produktion und Stromverbrauch

Mikrowellen in der EU erzeugen so viel CO2 wie 6,8 Millionen Autos

Klimakiller Mikrowelle? Forscher haben berechnet, dass die Produktion und der Stromverbrauch von 130 Millionen Mikrowellen in der EU so viel CO2 erzeugen wie 6,8 Millionen Autos.

Forscher haben errechnet, das die Mikrowellen in der EU soviel CO2 erzeugen wie rund 6,8 Millionen Autos zusammen.
© Andrey Popov / fotolia.com

Paris (Frankreich). Die Folgen, die durch die Produktion und den Betrieb kleiner Elektrogeräte entstehen, werden oft unterschätzt. Auch Mikrowellen, Staubsauger, Wasserkocher und Haartrockner erzeugen große Mengen CO2, die Auswirkungen auf das Klima haben. Ein Team aus Wissenschaftlern rund um Alejandro Gallego-Schmid von Universität Manchester hat berechnet, dass die etwa 130 Millionen Mikrowellenherde in der EU durch ihren Stromverbrauch jährlich einen Kohlenstoffdioxidausstoß von 7,7 Millionen Tonnen erzeugen. Laut der Studie entspricht dies dem CO2-Ausstoß von 6,8 Millionen Autos.

Alejandro Gallego-Schmid erklärt, dass "der Stromverbrauch hat die größte Auswirkung" hat. "Das liegt an den Brennstoffen, die für die Stromerzeugung genutzt werden." In der EU werden aktuell noch mehr 40 Prozent des Stroms durch Verbrennung von Kohle und Gas erzeugt. Im Vergleich zum Rest der Welt ist der Anteil damit innerhalb der EU um 30 Prozent geringer. Die enorme Summe der Elektrogeräte, zu denen neben den 130 Millionen Mikrowellen noch 150 Millionen Staubsauger, 144 Millionen Wasserkocher, 100 Millionen Haartrockner und 144 Millionen Wasserkochen gehören, sorgen damit insgesamt für einen enormen Kohlenstoffdioxidausstoß.

Die Verantwortung für diese Klimasünde liegt laut Gallego-Schmid vor allen bei den Endverbrauchern. "Im Durchschnitt erhitzt ein Wasserkocher 50 Prozent mehr Wasser als benötigt" und auch Mikrowellen erhitzen das Essen oft länger als eigentlich notwendig. Außerdem sollten Verbraucher darauf verzichten noch funktionierende Geräte frühzeitig zu ersetzen. Eine andere in Großbritannien durchgeführte Studie kam zu dem Ergebnis, dass etwa die Hälfte aller entsorgten Mikrowellen noch funktionsfähig war.

Gallego-Schmid fügte hinzu, dass auch die Hersteller eine Mitschuld tragen. Im Durchschnitt ist die Lebensdauer einer Mikrowelle die heute angeschafft wird um sieben Jahre kürzer als noch vor zwanzig Jahren. Die Hersteller können durch häufige Gerätewechsel zwar ihren Umsatz erhöhen, dabei berücksichtigen sie aber nicht die entstehenden Emissionen. Auf die Herstellung entfallen 25 Prozent der Emissionen, sechs Prozent werden bei der Gewinnung der Materialen erzeugt und ein Prozent entstehen beim Recycling. Die restlichen 67 werden durch den Stromverbrauch während des Betriebs verursacht.

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