Höhere Wassertemperatur

Klimawandel reduziert den Sauerstoffgehalt in Flüssen

 Robert Klatt

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Der Sauerstoffgehalt in den Flüssen ist global, besonders stark aber in den Tropen, in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken. Den größten Einfluss darauf hatte der Klimawandel, durch den das Wasser immer wärmer wird und weniger Sauerstoff speichern kann.

Nanjing (China). Der Klimawandel beeinflusst den globalen Wasserkreislauf stark und sorgt für immer mehr Dürren, Starkregen und andere Extremereignisse. Forscher der Chinese Academy of Sciences (CAS) haben nun eine Studie publiziert, laut der die globale Erwärmung zudem den Sauerstoffgehalt in den Flüssen stark reduziert. Diese enthalten im globalen Mittel 8,3 Milligramm Sauerstoff pro Liter. In Nordamerika und Europa sind es rund zehn Milligramm Sauerstoff pro Liter, und bei unter zwei Milligramm Sauerstoff pro Liter wird ein Sauerstoffmangel erreicht, der gefährlich für viele Lebensformen ist.

Um zu untersuchen, wie sich der Klimawandel auf den Sauerstoffgehalt in Flüssen auswirkt, haben die Forscher Messdaten von 21.000 Flussabschnitten aus rund vier Jahrzehnten mit einer künstlichen Intelligenz (KI) analysiert. Sie konnten so untersuchen, wie sich der Sauerstoffgehalt im Zeitraum von 1985 bis 2023 entwickelt.

Rückgang um 0,045 Milligramm Sauerstoff pro Liter

Die Analyse zeigt, dass der Sauerstoffgehalt von 1985 bis 2023 in Flüssen global im Mittel um 0,45 Milligramm pro Liter gesunken ist. Am stärksten betroffen sind tropische Flüsse, darunter viele Flüsse in Indien. Diese Entwicklung ist besonders kritisch, weil tropische Flüsse ohnehin einen geringeren Sauerstoffgehalt aufweisen. Der deutliche Rückgang kann deshalb schnell einen extremen Sauerstoffmangel auslösen, durch den Fische und andere Lebewesen sterben. Die Studie widerlegt somit ältere Untersuchungen, laut denen der Klimawandel besonders Flüsse in hohen Breitengraden bedroht.

Klimawandel senkt Sauerstoffgehalt

Laut der Studie hat der Klimawandel den größten Anteil (63 %) am Rückgang des Sauerstoffgehalts in den untersuchten Flüssen, weil das wärmere Wasser deutlich weniger Sauerstoff speichern kann als zuvor. Hitzewellen, die durch den Klimawandel auch in Deutschland immer öfter und intensiver auftreten, hatten ebenfalls einen großen Anteil (23 %) am sinkenden Sauerstoffgehalt der Flüsse. Der Sauerstoffgehalt ist zudem durch Veränderungen im Stoffwechsel der Ökosysteme (12 %), die auf Ursachen wie die Temperatur und die Sonneneinstrahlung zurückgehen, gesunken. Die Studie hat außerdem weitere Faktoren identifiziert, die den Sauerstoffgehalt beeinflussen, etwa den Wasserfluss.

Laut den Forschern sind die global abnehmenden Sauerstoffgehälter eine starke Bedrohung für die Artenvielfalt. Sie appellieren deshalb an die Politik, Maßnahmen umzusetzen, die den Klimawandel und den daraus resultierenden Sauerstoffmangel bekämpfen.

„Diese Studie liefert eine dringend benötigte Grundlage, um den Sauerstoffverlust in Flüssen weltweit besser zu verstehen und Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Während die globale Erwärmung weiter voranschreitet, könnte der Schutz des Atems unserer Flüsse zu einer der größten Umweltaufgaben unserer Zeit werden.“

Quellen:

Pressemitteilung der Chinese Academy of Sciences (CAS)

Studie im Fachmagazin Science Advances, doi: 10.1126/sciadv.aef3132

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