Korallensterben

Karibische Korallenriffe in Gefahr

D. Lenz

Britische Forscher bestätigen, dass ein Großteil der Korallen in der Karibik nicht mehr richtig wachsen - zum Teil sogar schrumpfen. Die Forscher gehen davon aus, dass bereits in 30 Jahren viele karibische Korallenriffe abgestorben sein könnten.

Exeter (Großbritannien). Korallenriffe sind die Heimat unzähliger Tiere. Doch an vielen Orten der Welt sind die schönen Nesseltiere bedroht. Jetzt haben britische Forscher herausgefunden, dass die Korallen in der Karibik kaum noch wachsen und einige von ihnen sogar beginnen zu schrumpfen. In der Fachzeitschrift Nature Communications berichten die Forscher über ihre erschreckende Entdeckung und machen dort den steigenden Meeresspiegel für den Wachstumsstopp verantwortlich.

Chris Perry und seine Kollegen von der Universität Exeter in Großbritannien haben den Kalkaufbau von insgesamt 19 Riffen vor den Bahamas, Belize, Bonaire und den Kaiman-Inseln gemessen. Dabei fanden sie heraus, dass lediglich nur fünf Prozent der Korallenriffe ein gesundes Wachstum von mehr als fünf Kilogramm pro Quadratmeter und Jahr aufwiesen. Bei 26 Prozent konnten die Forscher nur ein sehr geringes Wachstum nachweisen und bei 21 Prozent sogar einen Rückgang. Insgesamt bauen die Korallenriffe in der Karibik Kalk ab. Vor rund 7.000 Jahren wuchsen die Korallen noch im gesunden Maße in allen Regionen der Karibik.

Diese dramatische Entwicklung hängt mit dem sinkenden Anteil lebender Korallen an der Oberfläche eines Riffs und mit der Verschiebung der Lebensgemeinschaften von nicht kalkaufbauenden Arten zusammen, schreiben die Forscher. Zudem nehmen die Forscher an, dass das sogenannte Bleichen der Korallen bei dem stockenden Wachstum eine Rolle spielen könnte. Dabei verlieren die Korallen wegen minimal höherer Wassertemperaturen ihre symbiotischen Algen und sterben. Auch die Versauerung der Meere und das Treibhausgas Kohlendioxid und der ansteigende Meeresspiegel könnten sich auf das Korallenwachstum auswirken. Beides sei allerdings bislang nicht bestätigt.

Die Forscher sehen die Zukunft der karibischen Korallenriffe düster: Bei ständig steigender Erosion könnten die Strukturen der Korallen zusammenbrechen. Zudem können sich Riffe nicht auf veränderte Licht-, Druck- und Temperaturbedingungen, ausgelöst durch den Anstieg des Meeresspiegels, anpassen.

Eine andere Studie von Katja Frieler und Ihren Kollegen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zeigt, dass bei unveränderten Umweltbedingungen bis zum Jahr 2030 rund 70 Prozent aller weltweiten Korallenriffe dem Untergang geweiht sind.

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