Erderwärmung

Immer mehr Quallen im Mittelmeer gesichtet

Dennis L.

Ein aktueller Bericht der Umweltschutzorganisation WWF zeigt, dass sich das Mittelmeer schneller erwärmt als jedes andere Meer der Welt. Dies trägt auch zur rasanten Vermehrung von Quallen bei, die nun immer häufiger gesichtet werden.

Madrid (Spanien). Einem Bericht des World Wildlife Fund (WWF) zufolge wird das bei den Deutschen beliebte Mittelmeer immer wärmer. Die Klimakrise hat bereits einige der wichtigsten Meeresökosysteme im Mittelmeer "irreversibel verändert, mit spürbaren Folgen auch für Fischerei und Tourismus", heißt es in einer WWF-Erklärung. Korallensterben und Quallenbefall sind auf dem Vormarsch.

Der WWF berichtet, dass Korallen und Weichtiere wie Gorgonien (große Tausendfüßler) und Muscheln im Mittelmeer die Hitze der globalen Erwärmung zu spüren bekommen. Quallen, tropische invasive Arten, haben sich seit 2003 das ganze Jahr über im Mittelmeer ausgebreitet, heißt es in dem Bericht weiter.

Rund 95 Prozent der Fischbestände im Meer wurden über ihr maximales nachhaltiges Niveau hinaus befischt. Das hat zu einem dramatischen Rückgang der Fischpopulationen geführt, die sich nicht so schnell vermehren wie Quallen. Als direkte Folge vermehren sich die Quellen zunehmend.

Klimawandel bedroht auch das Neptungras

Neptungraswiesen, die es nur im Mittelmeer gibt, sind durch die Erwärmung des Wassers und den steigenden Meeresspiegel bedroht, warnt ein Wissenschaftler. Diese Unterwasserwiesen speichern bis zu 42 Prozent der CO2-Emissionen aller Länder im Mittelmeerraum und sind daher auch als Kohlenstoffsenke wichtig.

Das Verschwinden der Seegräser hat zu einem Anstieg der Quallenpopulationen geführt, so Heike Vesper, Leiterin der Abteilung Meeresschutz beim WWF Deutschland. Vesper erklärt, dass es eine "symbiotische Beziehung" zwischen Seegras und Quallen gibt, was bedeutet, dass letztere die ersteren zum Überleben brauchen. Überfischung, Verschmutzung, Plastikmüll und Schifffahrt haben negative Auswirkungen auf das Mittelmeer. Die Auswirkungen des Klimawandels auf ein ohnehin schon gestresstes Meer werden schließlich auch den Städten an den Küsten des Mittelmeers Probleme bereiten.

Nach Angaben des WWF werden immer mehr Quallen im Mittelmeer gesichtet. Schätzungen gehen von mindestens 170 Millionen Tieren aus. Die Organisation fordert, dass 30 Prozent des Mittelmeers bis 2030 wirksam geschützt werden. Um den Trend umzukehren, müssen die CO2-Emissionen reduziert, der Nutzungsdruck auf das Meer verringert und seine Widerstandsfähigkeit durch Schutzgebiete gestärkt werden.

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