Steigende Temperaturen

Früher Frühling verstärkt den Klimawandel-Effekt

Dennis L.

Die Folgen des Klimawandels sind stellenweise nicht mehr zu übersehen. Der verfrühte Frühling und die steigenden Temperaturen bringen laut neusten Erkenntnissen einige negative Folgen für die Umwelt mit sich.

München (Deutschland). Die Klimaforscherinnen Ana Bastos und Julia Pongratz von der Ludwig-Maximilians-Universität in München zeigten die Folgen des verfrühten Frühlings anhand einer Simulation, im Jahr 2018, auf. Aus dieser Simulation geht hervor, dass die üppig wachsenden Pflanzen dem Boden eine große Menge Wasser entziehen. Dadurch wird eine verstärkte Trockenheit im folgenden Sommer deutlich gefördert.

Die Folgen einer solchen Hitzewelle wurden im Sommer 2018 deutlich. Dort wurden die höchsten Temperaturen seit 40 Jahren aufgezeichnet. In Deutschland erhielten Bauern eine Gesamtentschädigung von 340 Millionen Euro für ihre Ernteausfälle. In den vergangenen Dürreperioden war diese Trockenphase bereits im Frühjahr deutlich spürbar. Aus einer im Magazin Science Advances veröffentlichten Studie ging hervor, dass der sogenannte Frühlingseffekt der Ursprung für die Hälfte der Dürreperioden in Zentraleuropa ist.

Verschiedene Einflussfaktoren

Durch das Ausdörren des Bodens, bedingt durch das verfrühte Ergrünen, kann die spätere Vegetation nicht ausreichend Feuchtigkeit erhalten. Die Trockenheit wird ebenfalls durch den fehlenden Effekt der Verdunstung und dem damit einhergehenden Anstieg der Temperatur verstärkt.

Das rudimentäre Pflanzenwachstum beschleunigt somit zusätzlich den Klimawandel. Global betrachtet nimmt die Vegetation fast ein Viertel des gesamten Kohlendioxids auf, welches durch die Menschen verursacht wird.

Julia Pongratz hält die gezielte Bepflanzung für eine geeignete Maßnahme, um die verschiedenen Ökosysteme resistenter werden zu lassen. Beispielsweise könnten landwirtschaftliche Flächen durch Wälder aufgelockert werden.

Aktuelle Studie bestätigt Vermutungen aus der Vergangenheit

Forscher der Universität Peking fanden erst vor kurzem, durch die Auswertung von Satellitenbildern von 1982 bis 2011, heraus, dass die verfrühte Vegetation zu stärkeren Hitzewellen und einer Trinkwasserknappheit führen kann. Die Studie der Forschungsgruppe aus München belegt diese Tatsache mit dem Rekordsommer 2018 nun ebenfalls eindeutig.

Fred Hattermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) gibt dazu ebenfalls an, dass die aktuelle Studie bestätigt, was verschiedene Publikationen aus der Vergangenheit bereits angedeutet hatten.

Auch Hattermann hält das strukturierte Bepflanzen der Landschaften für einen geeigneten Lösungsansatz. Ein geeignetes Beispiel wäre Skandinavien. Dort hatte die Hitzewelle 2018 kaum Auswirkungen, was auf die üppige Vegetation durch verschiedene Wälder zurückzuführen ist. Ana Bastos erklärt, dass Bäume Wasser auf eine ökologischere Weise nutzen. Zusätzlich können Bäume durch den Wuchs ihrer Wurzeln besser auf Wasserreserven zurückgreifen, welche tiefer in der Erde liegen.

ScienceAdvances, doi: 10.1126/sciadv.aba2724

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