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Forscher bestätigen

Fracking kontaminiert das Wasser

Zum ersten Mal haben Wissenschaftler die Kontamination des Grundwassers durch Fracking untersucht. Dank Isotopen-Analyse des Wassers ist jetzt belegbar, wie groß der Schaden an der Umwelt ist und wie dieser genau entsteht.

Durham (U.S.A.). Bilder von verseuchtem Trinkwasser, Tiere denen das Fell ausfällt und brennbares Leitungswasser in Fracking-Gebieten gingen dank Youtube um die Welt. Die bereits zuvor festgestellten hohen Methanwerte im Trinkwasser schienen darauf hinzudeuten, dass durch das hydraulische Fracturing Risse in den über den gasführenden Gesteinsschichten verursacht hätten. Die allgemeine Vermutung war, dass durch diese Risse Methan in das Grundwasser, in Brunnen und auch in das Leitungswasser gelangt und dieses verseucht.

Wie kommt das Methan in das Grundwasser?

In den USA gab es zahlreiche Untersuchungen zur Quelle des Methans im Grundwasser. Eindeutige Beweise konnten bislang aber nicht erbracht werden. Aus diesem Grund wiesen die Fracking-Unternehmen auch jede Schuld von sich und behaupteten, dass das Methan durch natürliche Quellen zufällig zum Zeitpunkt der Bohrungen in das Grundwasser gelangte. Da dies aber kein Einzelfall war, sondern fast an jeder Stelle auftrat, an der Fracking betrieben wurde, gaben sich Umweltschützer und Betroffene damit nicht zufrieden. Thomas Darrah und seine Kollegen von der Duke University in Durham haben nun mit völlig neuen Methoden untersucht, woher das Methan im Grundwasser stammt.

Für ihre Untersuchungen entnahmen die Wissenschaftler 113 Proben aus Brunnen im Gebiet des Marcellus-Schiefers in Pennsylvania und 20 Proben aus Brunnen in texanischen Fracking-Gebieten. Die Proben analysierten sie auf den Methangehalt hin und auf den Gehalt an Isotopen der Edelgase Argon, Helium und Neon. Das Verhältnis dieser Isotope verrät, aus welchen Gesteinsschichten das Methan stammt und ob es auf seinem Weg ins Wasser durch geochemische oder biologische Prozesse beeinflusst wurde.

Die Kontamination ist durch Fracking entstanden

Wie sich zeigte, stammte das Methan aus den Brunnen, die weniger als einen Kilometer von Bohrstellen entfernt lagen, tatsächlich nicht aus natürlichen Quellen. "In diesen Fällen gibt es klare Belege dafür, dass die Kontamination menschengemachte Ursachen hat", betonte Darrah. Das Methan im Trinkwasser stammte eindeutig aus dem Marcellus-Schiefer und anderen gasführenden Schichten, wie die Isotopen-Signatur unzweifelhaft belegt. Das Methan kann daher nur durch das Fracking in das Grundwasser gelangt sein.

Allerdings gibt es doch eine Überraschung. Die Kontamination geschieht offenbar nicht auf dem Weg, den Betroffene und Umweltschützer vermutet haben. So gelangt das Methan nicht durch Risse in Gesteinsschichten in das Grundwasser, sondern durch die Bohrlöcher der Fracking-Unternehmen.

Schlechte Abdichtungen der Bohrlöcher verseuchen das Trinkwasser

"Unsere Daten deuten darauf hin, dass die Kontamination durch schlechte Abdichtung und ungenügende oder beschädigte Zementierung der Bohrlöcher verursacht wurde", berichten die Forscher im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences. Demnach sucht sich das Methangas sein Weg durch das umgebene Gestein und gelangt von dort aus in das Grundwasser. Die selben Lecks in den Bohrlöchern könnten auch der Grund sein, warum Wissenschaftler im letzten Jahr Chemikalien der Fracking-Flüssigkeit in Brunnen in der Nähe der gasbohrstellen nachgewiesen haben. Diese Flüssigkeit wird unter hohem Druck in den Untergrund gepumpt, damit das gasführende Gestein aufplatzt und das Methangas freisetzt.

Die neuen Ergebnisse der Forscher bringen eine schlechte und eine gute Nachricht mit sich. Die Schlechte ist, dass das Fracking tatsächlich Schuld an der Kontamination ist. Die Gute ist, dass der Grund dafür gefunden wurde und dies in Zukunft verhindert werden kann – sofern die Fracking-Unternehmen mehr Geld in die Abdichtung der Bohrlöcher investieren.

Unklar ist allerdings noch, welche Folgen die chemische Flüssigkeit im Erdreich für die Umwelt hat. Denn auch wenn diese sich derzeit nur über schadhafte Bohrlochabdichtungen verbreitet, ist dies keine Garantie, dass die Flüssigkeit ewig und ohne Folgen für die Umwelt in den unteren Erdschichten verweilen wird.

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