Roter Kobold

Forscher fotografiert extrem selten Blitz am Nachthimmel

Dennis L.

Was wie eine riesige rote Qualle am Nachthimmel aussieht, ist in Wirklichkeit ein sogenannter Roter Kobold, eine besondere Art von Blitz, den man wegen der globalen Lichtverschmutzung kaum noch sehen kann.

Mount Locke (U.S.A.). Stephan Hummel heißt der Forscher und Fotograf, dem wir dieses atemberaubende und seltene Foto zu verdanken haben. Es zeigt einen Roten Kobold, einen seltenen roten Blitz, der wegen der globalen Lichtverschmutzung mit dem bloßen Auge nur noch sehr schwer zu erkennen ist. Lediglich an Orten wie dem McDonald-Observatorium auf dem texanischen Mount Locke in den Vereinigten Staaten von Amerika kann man Rote Kobolde noch gut ohne Hilfsmittel erkennen - sofern man das große Glück hat, dass sich dieser seltene Blitz gerade in seiner Nähe entlädt.

Wie Hummel später berichtet, weiß er von seinem großen Privileg, solche besonderen Blitze mit den eigenen Augen sehen zu können. Es gibt nicht mehr viele Orte auf der Welt, wo man Rote Kobolde oder ähnliche Phänomene mit bloßem Auge sehen kann. „Lichtverschmutzung ist ein weltweites Problem, sogar in sehr abgeschiedenen Regionen. Die Gemeinden, die um unser Observatorium leben, haben Beleuchtungen installiert, deren Licht auf den Boden gerichtet ist und nicht in den Nachthimmel strahlen - nur so können wir diese sehr blassen Objekte am Himmel sehen.“

Was ist ein Roter Kobold genau?

Ein Kobold, auch Sprite genannt, ist ein besonderer Blitz, der bei einem Gewitter oberhalb einer Wolke aus der Wolkendecke heraus bis zu einer Höhe von 100 Kilometern nach oben ausschlägt. Rote Kobolde oder auch Red Sprites sind eine besondere Kobold-Form die rötlich am Himmel zu sehen ist. Typisch für diese Blitze sind zahlreiche kurze Verästelungen. Sie treten in der Regel in Höhen um die 75 Kilometer auf und können bis zu 20 Kilometer lang werden.

Sogenannte Druden, Elfen oder auf englisch Elves sind ein weiteres seltenes Phänomen, welche oft gemeinsam mit Roten Kobolden auftreten. Dabei handelt es sich um ringförmige Blitze mit einem Radius von bis zu 500 Kilometern.

Rote Kobolde, Druden und Blue Jets

Neben den Roten Kobolden und den Druden gibt es noch sogenannte Blue Jets. Dabei handelt es sich ebenfalls um Blitze der Kobold-Klasse, die in etwa 40 Kilometern Höhe entstehen. Alle drei Blitzarten werden von der Erde aus immer schwieriger zu beobachten, da die Lichtverschmutzung auf der Erde von Jahr zu Jahr zunimmt. Lediglich aus dem Weltall, beispielsweise von der Internationalen Raumstation, lassen sich diese besonders seltenen und spektakulären Blitze noch in voller Bracht beobachten.

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