Ökosysteme

Aussterben von Tierarten fördert Großbrände

Robert Klatt

Der Rückgang und das Aussterben großer Pflanzenfresser sorgt in Savannen und Steppen für mehr Großbrände.

New Haven (U.S.A.). In den letzten 50.000 Jahren sind zahlreiche große Tierarten auf der Erde ausgestorben. Dazu gehören unter anderem die nordamerikanischen und europäischen Mammuts, die Riesenfaultiere Südamerikas sowie die großen Wombats und Kängurus Australiens. Auch die Bestände der verliebenden großen Pflanzenfresser sind deutlich zurückgegangen, während sich die Menschen weiter über die Erde ausgebreitet haben.

Wissenschaftler der Yale University haben nun ermittelt, dass dies die Entstehung und Ausbreitung von Großbränden fördert. Laut ihrer Publikation im Fachmagazin Science hat das Team Allison Karpp dazu zwei große Datenbanken miteinander verknüpft.

Global Paleofire Database und HerbiTraits

Zum einen ist dies die Global Paleofire Database, die Holzkohleablagerungen in den Sedimenten von 160 Seen weltweit erfasst. Es kann so abgelesen werden, wo und wann sich die Umwelt durch Großbrände verändert hat. Hinzukommt die HerbiTraits Datenbank, die Informationen über pflanzenfressende Tiere enthält, die mehr als 10 Kilogramm wiegen und die in den letzten 130.000 Jahren auf der Erde gelebt haben.

Mehr Feuer in Südamerika

Anhand der Daten wird es unter anderem deutlich, dass in Südamerika deutlich mehr Großbrände vorkamen, seit der Kontinent verstärkt durch Menschen besiedelt wurde. Als Grund dafür sehen die Autoren den Rückgang der Megafauna. Neben den Riesenfaultieren lebten in Südamerika einst auch autogroße Gürteltiere und Kamelartige, die große Mengen an Pflanzen gefressen haben.

Geringe Auswirkungen in Afrika

In Afrika ist die Großtierfauna zwar noch intakt, hat aber deutlich geringere Bestände. Die Anzahl der Großbrände ist deshalb ebenfalls gestiegen, aber nicht so stark wie in Südamerika.

Dies gilt für beide Kontinente, aber nur für Gebiete, in denen zuvor große Populationen an Grasfressern vorkamen. In anderen Ökosystemen wie Wäldern konnten die Forscher hingegen keinen Zusammenhang zwischen dem Rückgang oder Aussterben von Pflanzenfressern und der Häufigkeit von Großbränden feststellen.

Mehr Brennstoff in den Grasländern

Dies liegt daran, dass große Pflanzenfresser wie Bisons, Zebras und Elefanten hohe Mengen an Vegetation beseitigen. Fehlen diese Tiere, reichert sich Brennstoff an und aus kleinen Feuern können in kurzer Zeit Großbrände entstehen.

Science: 10.1126/science.abj1580

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