Cassie

Zweibeiniger Straußenroboter soll Pakete ausliefern

Robert Klatt

Bei der Entwicklung des „Straußenroboters“ Cassie wurde ein Meilenstein erreicht. In Zukunft könnten autonome Roboter dieser Bauart Pakete ausliefern, in der Logistik arbeiten und in Haushalt helfen.

Corvallis (U.S.A.). Laut einer Aussendung der Oregon State University hat der von Wissenschaftlern und Studenten des Dynamic Robotics Laboratory entwickelte autonome Roboter „Cassie“ einen Meilenstein erreicht. Der sogenannte „Straußenroboter“ bewegt sich wie die Vogelart aufrecht auf zwei Beinen. Bei einem Testlauf konnte er dabei kürzlich mit einer Akkuladung eine Strecke von 5 Kilometern in 53 Minuten bewältigen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,6 km/h liegt damit etwa auf dem Niveau eines schnell gehenden Menschen.

Gebaut wurde der Roboter vom Unternehmen Agility Robotics, das zur Universität gehört. Die Finanzierung erfolgte hauptsächlich durch die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa), einer Forschungsabteilung des US-Militärs.

Steuerung durch Machine-Learning-Software

Die Steuerung des Roboters übernimmt eine Künstliche Intelligenz (KI). Deren Machine-Learning-Software wurde mittels Deep Reinforcement Learning trainiert. Die Sensoren des Roboters können sich dadurch ohne Menschen selbstständig kalibriert. Der Roboter konnte während seines Probelaufs seine Sensorik und Bewegungen also permanent selbstständig an die unterschiedlichen Umgebungen anpassen.

Paketlieferung per Roboter

In Zukunft könnten Roboter wie Cassie autonom Pakete ausliefern, in der Logistik helfen oder Menschen in Privathaushalten unterstützten. Wie der Probelauf zeigt, werden aber noch einige Jahre bis zur Marktreife benötigt. Während des Laufs musste sich der Roboter zweimal neu aufrichten. Außerdem kam es zu einer Überhitzung des Bordcomputers, die in einem Unfall endete und eine 180-Grad-Drehung im Lauf ging schief.

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