Künstliche Intelligenz

US-Militär möchte in die Zukunft blicken

Robert Klatt

Das US-Militär möchte mithilfe von gesammelten Daten und KI in die Zukunft schauen. Als Datenquelle wurden während eines Experiments auch die Starlink-Satellitenschüsseln verwendet.

Washington D.C. (U.S.A.). Das Verteidigungsministerium der U.S.A. arbeitet laut einer Pressemitteilung über das kürzlich abgeschlossene Experiment Gide 3 (Global Information Dominance Experiments) an Technologien zur Vorhersage der Zukunft. Laut General Glen VanHerck, Kommandant der US-Militärabteilungen Nothcom und Norad an Technologien, soll eine Künstliche Intelligenz (KI) auf Basis gesammelter Informationen Geschehnisse mehrere Tage im Voraus erkennen. „Die Fähigkeit, Tage in die Zukunft zu sehen, generiert Entscheidungsräume“, erklärt der General.

Ermöglicht werden soll dies durch eine Kombination geheimer Informationen, die die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten weltweit sammeln und öffentlich zugängliche Daten, die das Militär von nicht namentlich genannten Unternehmen kommerziell erwerben kann. Zusätzlich sollen Sensor-, Radar- und weitere Telemetriedaten genutzt werden. Als Beispiel nennt VanHerck die Daten des North Warning System.

Überwachungsinformationen schnell filtern

Die Informationen sollen dann mithilfe von Project Maven und des Joint Artificial Intelligence Centers effizient und schnell auf relevante Daten durchsucht werden.

Während des Gide-3-Experiments wurden außerdem die Starlink-Satellitenschüsseln als Informationsquelle verwendet. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass globale Satellitennetzwerk auch zukünftig für das Sammeln von Informationen und die daraus resultierende Entscheidungsfindung relevant sein werden.

Signifikante Verluste in Simulation

Laut des Magazins The Drive ist das Gide 3 Experiment eine Reaktion auf gescheiterte Kriegssimulationen des US-Militärs, in denen dieses „signifikante Verluste“ erlitten hatte. In einem der Szenarien wurde ein möglicher Krieg um Taiwan simuliert, in dem das US-Militär den Feindkräften unterlegen war. Dabei wurde angenommen, dass ein möglicher Feind der US-Streitkräfte diese mehrere Jahrzehnte lang beobachten konnte, also einen Informationsvorteil hat.

„Wir ziehen unsere Truppen immer zusammen, um zu kämpfen, um zu überleben. In der heutigen Zeit, mit Überschallraketen, mit signifikantem Langstreckenfeuer von allen Seiten, wenn man zusammengezogen ist und jeder weiß, wo wir sind, sind wir verwundbar“, erklärt General John Hyten, Vizechef der US Joint Chiefs of Staff. Diese traditionelle Herangehensweise ist in einem Zukunftsszenario nicht länger sinnvoll. Gide 3 soll dem US-Militär durch die zusätzlichen Informationen weitere Entscheidungsmöglichkeiten eröffnen.

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