Heizstudie 2019

So heizt Deutschland im Jahr 2019

von Dennis L.

Noch immer sind in der Bundesrepublik Deutschland Millionen veraltete Heizungsanlagen in Betrieb und nur die Wenigsten heizen wirklich energieeffizient. Die BDEW-Studie zum Heizungsmarkt „Wie heizt Deutschland 2019“ hat einmal genauer hingeschaut und herausgefunden, wie Deutschland im Jahr 2019 wirklich heizt.

Berlin (Deutschland). Energieeffiziente Heizungsanlagen kommen nicht nur der Umwelt zugute, sie helfen auch bares Geld zu sparen. Aber wie groß ist der Anteil moderner Heizungsanlagen in Deutschland eigentlich? Dies hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. mit der aktuellen Studie „Wie heizt Deutschland 2019“ untersucht.

Vorweg lässt sich bereits sagen, dass das Durchschnittsalter einer Heizungsanlage in der Bundesrepublik 17 Jahre beträgt, wobei die Heizungen in Ein- oder Zweifamilienhäusern mit durchschnittlich 16,3 Jahren etwas jünger als die Heizungsanlagen von Mehrfamilienhäusern (17,8 Jahre) sind. Da sich aber gerade in den letzten zehn Jahren sehr viel bei der Technik von beispielsweise Gasthermen oder alternativen Heizmöglichkeiten, wie Erdwärme oder gar Brennstoffzellenheizungen getan hat, sind ein Großteil der in Deutschland genutzten Heizungen alles andere als umweltfreundlich oder energiesparend.

Für die Daten der aktuellen Studie hat der BDEW nicht alle 18,9 Millionen Wohngebäude in Deutschland untersucht, sondern lediglich tausende Gebäudestichproben in allen Bundesländern genommen. Die sogenannten disproportionalen Gebäudestichproben liefern jedoch einen repräsentativen Durchschnittswert. Dazu mussten von Januar 2019 bis März 2019 deutschlandweit tausende Mieter, Eigentümer sowie Wohnungsgenossenschaften und Verwalter verschiedene Angaben zur verbauten und genutzten Heizung machen.

In Wohngebäuden belegt die Zentralheizung den ersten Platz

Nach der Auswertung aller Daten fand der BDEW heraus, dass rund 81,8 Prozent aller Wohngebäude in der Bundesrepublik Deutschland mit einer Zentralheizung geheizt werden. Diese gliedern sich wie folgt:

  • Erdgas-Zentralheizungen: 40,5 Prozent
  • Öl-Zentralheizungen: 29,8 Prozent
  • Elektro-Wärmepumpen: 3,4 Prozent
  • Holz-/Pellets-Zentralheizungen: 2,8 Prozent
  • Sonstige Zentralheizungsarten: 5,4 Prozent

Die restlichen 18,2 Prozent setzten sich aus folgenden Heizungsarten zusammen:

  • Fernwärmeheizungen: 6,6 Prozent
  • Einzelheizungen: 6,2 Prozent
  • Erdgas-Etagenheizungen: 5,4 Prozent

Fossile Energieträger sind immer noch ab beliebtesten

In Bezug auf die 18,9 Millionen Wohngebäude zeigt sich, dass fossile Energieträger wie Gas oder Öl immer noch weit verbreitet sind. So setzen sich die Energieträger wie folgt zusammen:

  • Erdgas: 49,3 Prozent
  • Öl: 30,4 Prozent
  • Fernwärme: 6,6 Prozent
  • Strom: 5,7 Prozent
  • Sonstiges: 8,0 Prozent

Um umweltschonender zu heizen, müssten also ein Großteil aller Heizungsanlagen in der Bundesrepublik ausgetauscht werden.

Viele Heizungen in Deutschland sind zu alt

Um beim Heizen Geld zu sparen und die Umwelt zu schonen, ist aber nicht nur der Energieträger von großer Bedeutung. Das Alter der Heizungsanlage und damit der Stand der Technik spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle. Anhand der sogenannten Energieverbrauchskennzeichnung lässt sich ablesen, wie sparsam bzw. energieeffizient die derzeitige Heizungsanlage ist.

Die Auswertung der Daten in Bezug auf das Heizungsalter von Ein- und Zweifamilienhäusern zeigte, dass im Jahr 2019 in Deutschland immer noch viel zu viele alte Heizungsanalgen in Betrieb sind. Das Alter der Heizungen setzt sich demnach wie folgt zusammen:

  • Jünger als fünf Jahre: 19,0 Prozent
  • Zwischen fünf und zehn Jahre: 16,1 Prozent
  • Zwischen zehn und 15 Jahre: 13,3 Prozent
  • Zwischen 15 und 20 Jahre: 13,3 Prozent
  • Zwischen 20 und 25 Jahre: 16,8 Prozent
  • Älter als 25 Jahre: 21,5 Prozent

Heizungen müssen modernisiert werden

Dass mehr als ein Fünftel aller Heizungen älter als 25 Jahre sind zeigt, wie hoch der Modernisierungsbedarf in der Bundesrepublik wirklich ist. Dabei legt die Politik in erster Linie Wert darauf, vom fossilen Energieträger Öl wegzukommen. Moderne Gasthermen oder Fernwärmeanlagen sollten dabei helfen.

Der BDEW schreibt zudem, dass mindestens 2,1 Millionen der mit Öl beheizten Wohngebäude in Gebieten liegen, wo eine Umrüstung auf eine moderne Gasheizung relativ schnell und unkompliziert möglich wäre. Weitere 510.000 Wohngebäude ließen sich zudem ans Fernwärmenetz anschließen.

Heizung von Öl auf Gas umrüsten

Vor der Umrüstung von einer Öl- auf eine Gasheizung stellen sich dem Hauseigentümer natürlich viele Fragen: Ist die Heizungsumrüstung bei mir überhaupt möglich? Wie funktioniert eine Gastherme und auf was sollte man beim Kauf einer modernen Gastherme beachten? Rechnet sich die Umrüstung auch finanziell? Welche anderen Alternativen gibt es? Wird die Umrüstung gefördert? Diese und noch viel mehr Fragen beantwortet die Verbraucherzentrale als ein möglicher Ansprechpartner in Sachen Heizungsmodernisierung.

Aber ganz gleich ob die alte Heizung nun auf Erdgas oder eine alternative Heizung umgerüstet wird, wichtig ist die alte kostenintensive und umweltschädliche Heizung möglichst zeitnah auszutauschen.

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