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Roboter-Mensch Interaktion

Roboter sollen menschliche Absichten erkennen können

Roboter: Projekt ASARob

Forscher wollen Robotern beibringen, menschliche Absichten zu erkennen um mit diesen besser interagieren zu können. Gerade bei Robotern die in Zukunft älteren Menschen im Alltag helfen sollen, ist diese Fähigkeit besonders wichtig.

Karlsruhe (Deutschland). Eine Frau reicht einem Mann einen Zettel oder einen anderen Gegenstand, den der Mann anschließend entgegennimmt. Diese alltägliche Handlung mag für den Menschen sehr einfach sein - für Roboter aber nicht. Bei dieser Handlung laufen zahlreiche Mechanismen gleichzeitig ab: Wohin schaut der andere Mensch gerade? Ist die Person gerade ansprechbar? Soll die Person den Gegenstand nehmen oder sich nur ansehen? Diese und zahlreiche weitere Informationen verarbeitet ein Mensch blitzschnell und nahezu automatisch. Ein Mensch nimmt die Signale seines Gegenübers wahr und verhält sich dementsprechend.

Sebastian Robert und seine Kollegen vom Frauenhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung arbeiten derzeit daran, diese zwischenmenschliche Sensibilität auch Robotern beizubringen, damit diese in Alltagssituationen besser mit Menschen interagieren können.

Ein Roboter benötigt einige grundlegende Fähigkeiten der menschlichen Interaktionen, wenn er nützlich und sinnvoll Menschen im Haushalt unterstützen oder in Pflegeheimen diverse Aufgaben übernehmen soll. So müssen zum Beispiel Gegenstände sicher entgegengenommen werden oder auch gereicht werden können. "Dafür ist es nicht ausreichend, dass ein Roboter durch eine Kamera einen Gegenstand einfach nur wahrnimmt", erklärt Robert. "Um sich erwartungskonform, also zwischenmenschliche kompatibel verhalten zu können, muss ein Roboter auch erkennen, worauf sein menschliches Gegenüber gerade die Aufmerksamkeit richtet, und verstehen, welche Absichten verfolgt werden."

Projekt ASARob

Das Projekt mit dem Namen ASARob beschäftigt sich genau mit diesem Thema. Die Forscher versuchen die Software mobiler Roboter so zu erweitern, dass diese den Aufmerksamkeitszustand von Menschen erfassen und je nach Bedarf auch passend reagieren kann. Dazu nutzen die Forscher den vom Stuttgarter Frauenhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und der Unity Robotics GmbH entwickelten Care-O-bot 4 mobilen Roboter. Dieser Roboter ist speziell für die Interaktion und die Unterstützung in Alltagssituationen von Menschen gebaut worden und kann dank seiner Modularität schnell an unterschiedliche Aufgaben angepasst werden.

Robert erklärt weiter: "Unter der Aufmerksamkeit verstehen wir eine Zuweisung von Bewusstseinsressourcen auf bestimmte Umweltwahrnehmungen, also einen mentalen Zustand. Aufschluss über diese Informationen geben uns visuelle Aspekte wie die Blickrichtung, die Kopfdrehung und die Körperhaltung eines Menschen." Ergänzende sprachliche Äußerungen können dann zusätzliche Kontexthinweise liefern. Basierend auf all diesen Informationen soll ASARob in Zukunft den Aufmerksamkeitszustand eines Menschen einschätzen können.

Im nächsten Schritt folgt das durch die Einschätzung resultierende Verhalten des Roboters. Auch dies ist Bestandteil des Projekts. Am Ende soll der Roboter in der Lage sein, intuitiv mit Menschen interagieren und sie im Alltag unterstützen zu können. Neben Gesten zählt dazu auch die sprachliche Kommunikation in Form komplexer Dialoge.

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