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Streaming und Co.

Neue Technik ermöglicht ruckelfreies Internet

Dass das Internet in Deutschland in vielen Bereichen noch Neuland ist, ist nun nichts besonderes mehr. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern liegt Deutschland weit zurück und die Politiker scheinen in vielen Belangen eher unbeleckt zu sein. Aber an der TU Chemnitz scheint man bemüht zu sein der Welt zu zeigen, dass Deutschland doch „Internet“ kann.

Chemnitz (Deutschland). Weltweit setzt sich das uns bekannte Internet nicht etwa aus einem standardisierten Netzverbund zusammen, sonder präsentiert sich als ein Sammelsurium aus diversen regionalen, nationalen und internationalen Netzverbunden. Auf Grund dieser unterschiedlichen Kommunikationsnetze ergibt sich ein extrem wechselhafte Transportqualität für Daten zwischen den Nutzern und auf dem Weg zum einzelnen Anwender. Dass es dann zu so vergleichsweise wenig Verzögerungen kommt, grenzt an ein kleines Wunder. Prof. Dr. Thomas Bauschert von der Technischen Universität Chemnitz und sein Team aus Mitarbeitern und Studenten erforscht seit einigen Jahren schon die Verbindungen und das Zusammenspiel der diversen Netze unter Berücksichtigung aller beteiligten Technologien. Ihr Ziel ist es dabei den Datentransfer in Hinblick auf kosteneffizientes Arbeiten zu ermöglichen. Oder um es ganz einfach auszudrücken: ruckelfreies Internet für alle!

Und diesem Ziel ist das Team schon recht nahe gekommen. Marcus Eckert und Dr. Thomas Knoll haben ein präsentationsreifes Verfahren entwickelt. Der Grundgedanke dahinter ist so einfach wie genial: bereits während das Transports von Daten wird die erreichte und die empfundene „Quality of Experience“ ermittelt. „Dieses Qualitätsmonitoring allein kann bereits dem jeweiligen Netzbetreiber wertvolle Erkenntnisse über Fehlfunktionen und Engstellen in seinem Transportnetz liefern“, versichert Knoll. „Viele Betreiber treten derzeit an dieser Stelle noch im Dunkeln und wissen nicht, was genau wo im Netz und warum zu Netzproblemen führt. Mit unserem Verfahren können Probleme bereits behoben werden, bevor diese beim Nutzer sichtbar werden und zu Frust führen. Es ärgert doch jeden von uns, wenn beim Anschauen von Videos im Netz das Bild plötzlich einfriert“, so Knoll.

Funktionierende Anwendung auf bestehende und kommende Netztypen

Aber die Techniker an der TU Chemnitz sind noch einen guten Schritt weiter. Sie haben ein Framework konstruiert, welches entsprechend des genutzten Dienstes und unter Berücksichtigung der erhobenen Messdaten die benötigte Qualität des Datentransfers im Blick behält und im Fall der Fälle Gegenmaßnahmen ergreift, sollte diese absacken. Dies geschieht beispielsweise durch eine dynamische Wegesteuerung oder Warteschlangenverwaltung. Bisher gelingt die dafür zu Grunde liegende Messung besonders gut in Netzen mittels „Software Defined Networking“. In Chemnitz wird dieses hochmoderne Konzept für Netzwerke bereits intensivst in der Anwendung auf Festnetze und Mobilfunknetze betrachtet. Das bestehende Framework lässt sich allein deswegen auch schon nicht nur auf bestehende Netztechnologien, wie im Festnetz- und Mobilfunkbereich anwenden, sondern wird auch problemlos auf kommende Netze anwendbar sein. Über ihre Mitautorenschaft an einem neuen Standard zur Messung von Videoübertragung in Bezug auf Qualität bei der „International Telecommunication Union“ (ITU) wollen Knoll und Eckert eine möglichst flächendeckend Verbreitung ihres Frameworks erreichen. Im Verbund ist das Who-is-who der internationalen Telekommunikationsbranche anzutreffen. Von AT&T, über NTT bis zur Deutschen Telekom ist dort eigentlich jeder potentielle Industriepartner vertreten.

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