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Durch Raum und Zeit

NASA hält Warp-Antrieb für theoretisch möglich

Theoretische Modelle des Warp-Antriebs, welcher aus Science-Fiction Serien wie beispielsweise Star Trek bekannt ist, gibt es schon seit einigen Jahren. Jetzt haben Wissenschaftler der NASA ein neues Modell zur Konstruktion eines echten Warp-Antriebs modifiziert und für plausibel und umsetzbar befunden.

Houston (USA). Wenn die Menschheit eines Tages zu einem anderen Stern fliegen möchte, braucht sie schnellere Antriebstechniken für Raumschiffe. So würde mit heutiger Technik alleine der Flug zum 4,34 Lichtjahre entfernten Nachbarstern Alpha Centauri ca. 70.000 Jahre dauern. Selbst mit Lichtgeschwindigkeit würde die Reise nach Alpha Centauri über vier Jahre in Anspruch nehmen. Eine unter Wissenschaftlern oft diskutierte Möglichkeit für zukünftige Antriebe, welche in der Lage sind andere Sterne zu erreichen, ist der Warp-Antrieb.

Bei dem Warp-Antrieb handelt es sich um ein Antrieb für Raumschiffe, der ohne gegen physikalische Gesetze zu verstoßen, Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit ermöglicht. Für eine Umsetzung eines Warp-Antriebs müssen die Wissenschaftler allerdings tief in die physikalische Trickkiste greifen um die maximale Geschwindigkeit im Universum von 299.792.458 Meter pro Sekunde (Lichtgeschwindigkeit) zu umgehen. Theoretische Konstruktionsmodelle für Warp-Antriebe existieren schon seit vielen Jahren und die Meisten von ihnen sind theoretisch umsetzbar. Jedoch benötigt ein solcher Antrieb so enorme Energiemengen, dass der Warp-Antrieb unter Physikern und anderen Wissenschaftlern bisher als unrealistisch galt.

In der Theorie würde ein Raumschiff mit einem Warp-Antrieb während des Warp-Fluges die Raum-Zeit um sich herum manipulieren und dadurch das physikalische Gesetzt, dass besagt das sich nichts schneller bewegen kann als das Licht, umgehen. Möglich macht dies die Raum-Zeit selbst, da sich diese nicht an die Höchstgeschwindigkeit im Universum halten muss. Beim Flug mit Warp-Geschwindigkeit würde sich das Raumschiff in einer Blase befinden, die den Raum vor dem Raumschiff kontrahiert und dem Raum dahinter wieder expandiert. So könnte sich ein Raumschiff quasi auf einer künstlich erzeugten Welle in der Raumzeit bewegen und Distanzen mit Überlichtgeschwindigkeit überwinden.

Nach einem 1994 entstanden Modell des mexikanischen Phyiskers Miguel Alcubierre für eine funktionierende Warp-Metrik wäre für die Umsetzung neben enormen Menge an Energie (1,7*10 hoch 45 Megawatt) auch die zehnfache Menge an existierender exotischer Materie nötig. In den nachfolgenden Jahren wurde das Modell von Alcubierre von anderen Wissenschaftlern so modifiziert, dass die Menge der benötigten exotischen Matierie auf wenige Milligramm reduziert werden konnte.

Nun haben Wissenschaftler der NASA die Warp-Metrik weiter modifiziert und den Bedarf an benötigter Energie erheblich reduziert. Das aktuelle Modell des Warp-Antriebs ist dadurch im Bereich des Möglichen und die Wissenschaftler der NASA arbeiten derzeit im Rahmen des 100-Year Starship Project, einem Projekt welches erforderlichen Technologien, Realisierung, Organisation und Finanzierung von interstellaren Langzeitflügen erforscht, an einem Warp-Antrieb im Maßstab 1:10.000.000. Nach Einschätzung der Wissenschaftler und Ingenieure der Organisation "Icarus Interstellar" könnte ein Raumschiff mit der Größe eines Fußballfeldes etwa mit der zehnfache Lichtgeschwindigkeit reisen. Harold White vom Johnson Space Center der NASA reduziert die Raumschiffgröße aufgrund der neusten NASA-Berechnungen auf die Größe der 1977 gestarteten Voyager-Sonden. White berichtet auf space.com, dass die neuen Ergebnisse Ausgangslage für Konstruktionen solcher Raumschiffe sein werden und das jetzt die Möglichkeit der Umsetzung eines Warp-Antriebs von bislang "unmöglich" auf "durchaus vorstellbar" eingestuft wurde.

Sollte den Forschern die Konstruktion eines einsetzbaren Warp-Antriebs mit einer Reisegeschwindigkeit der zehnfachen Lichtgeschwindigkeit gelingen, so würde ein Direktflug von einem Ende unserer Milchstrasse zum Anderem immer noch 10.000 Jahre und ein Flug zur Nachbargalaxie Andromeda rund 250.000 Jahre dauern.

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