Von: Dennis L.
Kriminaltechnik

Nanoteilchen machen Fingerabdrücke auf Papier sichtbar

Eine neue Methode, welche in Israel entwickelt wurde, macht Fingerabdrücke mit Hilfe von Nanoteilchen in einer nie dagewesenen Qualität auf Papier und anderen schwierigen Oberflächen sichtbar.

Eine neue Methode macht Fingerabdrücke auf Papier sichtbar.
© Metrónomo / wikipedia.org

Tel Aviv (Israel). Fingerabdrücke, welche auf Geldscheinen, Notizzetteln, Verträgen oder ähnlichen Objekten aus Papier gesichert werden müssen, kamen bisher immer in ein spezielles Labor der Kriminaltechnik. Leider sind Fingerabdrücke auf Papier nur sehr schwer zu sichern und in nur der Hälfte aller versuche gelingt es den Kriminaltechniker verwendbare Spuren zu sichern.

Eine neue Methode aus Israel könnte dies zukünftig ändern, denn israelische Forscher haben ein neues Verfahren entwickelt, dass mit Hilfe von Nanoteilchen Fingerabdrücke zuverlässig auf Papier sichern kann. Dabei wird nicht, wie bisher, auf das typische Rillenmuster aus Schweiß gesetzt, sondern auf die Flächen auf dem Papier, die nicht in Berührung mit Schweiß kamen. Dabei entsteht ein negativer Abbild eines Fingerabdrucks, ähnlich wie ein Fotonegativ. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift Angewandte Chemie berichten, funktioniere die Methode der Spurensicherung selbst bei sehr schwachen Abdrücken, bei ungünstigen Schweißspuren und sogar auf nassem Papier.

Bisher tragen Kriminaltechniker eine dünne Schicht Gold-Nanopartikel auf verdächtige Stellen aus. Jedoch gibt es selbst bei ein und der selben Person Unterschiede in der Schweißzusammensetzung. Gerade die Aminosäuren weisen starke Schwankungen auf. Durch diese Unterschiede hafteten die Gold-Nanopartikel nicht zuverlässig und so konnte ein hoher Prozentsatz der Spuren nicht gesichert werden. Joseph Almog, Professor für Forensische Chemie an der Hebrew University of Jerusalem schreibt, dass bei der neuen Methode unterschiedliche Schweißzusammensetzungen einer oder verschiedener Personen keine negative Auswirkungen aus die Sicherung der Fingerabdrücke haben.

Dadurch das die Gold-nanopartikel nicht zuverlässig haften blieben, entwickelten die israelischen Forscher eine Sicherungsmethode, welche das Papier um den Fingerabdruck herum einfärbt, nicht aber den Fingerabdruck selbst. Die neuen Moleküle besitzen eine Art „Schwanz“ aus einer Kohlenwasserstoff-Kette, welche an die Oberfläche der Gold-Nanopartikel andockt. Der „Kopf“ des Moleküls hingegen, eine Acylpyridazin-Gruppe, bindet sich an die Zellulose im Papier. Da ein Fingerabdruck nicht nur Schweiß, sondern auch geringe Anteile an Hautfett hinterlässt, können die Nanoteilchen nur am Papier haften. Die dünne Fettschicht dient als eine Art Schutzschicht, welche die Nanopartikel abperlen lässt.

Nachdem das Papier mit den neuen Nanoteilchen besprüht wurde, werden diese in einem zweiten Arbeitsschritt mit einer silberhaltigen Entwicklungslösung schwarz eingefärbt. So entsteht der negative Fingerabdruck. Da Fett, anders als Schweiß, auch im Wasser am Papier haften bleibt, können selbst Fingerabdrücke von durchnässten Papieren gesichert werden.

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