Laser Lightning Rod

Laserstrahlen sollen Blitzeinschläge verhindern

Robert Klatt

Ein neuer Laserblitzableiter soll die Bahn von Blitzen manipulieren und so auch große Gebäude wie Flughäfen schützen.

Genf (Schweiz). Herkömmliche Blitzableiter, die von Benjamin Franklin bereits im 18. Jahrhundert erfunden wurden, können zwar ein Haus schützen, bieten laut Prof. Jean-Pierre Wolf von der Universität Genf bei großen Anlagen aber nur einen unzureichenden Schutz. Es entstehen deshalb jährlich weltweit an Wolkenkratzern, Hochspannungsleitungen, Flughäfen und anderen Objekten Schäden in Milliardenhöhe durch Blitzeinschläge. Außerdem muss an Flughäfen bei nahen Gewitterwolken der Betrieb häufig unterbrochen werden.

Im Rahmen des EU-Projekt „Laser Lightning Rod“ („Laserblitzableiter“) sucht die Wissenschaft deshalb seit mehreren Jahren nach einer alternativen Möglichkeit zur Verhinderung von Blitzeinschlägen. Gemeinsam mit dem Hochtechnologieunternehmen Trumpf mit Sitz in Ditzingen wurde dabei ein Superlaser entwickelt der Blitze verhindern soll.

Superlaser auf dem Säntis

Die letzten Komponenten eines Prototyps dieses Laserblitzableiters werden diese Woche bei der Wetterstation des 2.501 Meter hohen Säntis installiert. Gewählt für das Experiment wurde dieser Berg 20 Kilometer westlich von Feldkirch in Vorarlberg, weil dort pro Jahr rund 400 Blitze einschlagen. Geplant ist der erste Einsatz des Lasers bereits Anfang Juni, wenn das Wetter dies erlaubt.

Laser verändert Luft

Laut den bisherigen Forschungsergebnissen von Wolf soll der Laser die Luft verändern und Blitze innerhalb von Gewitterwolken auslösen, sodass diese den Boden nicht erreichen. Außerdem soll es möglich sein, Blitze gezielt auf Blitzableiter in der Umgebung umzuleiten und so Gebäude und Einrichtungen in der Nähe zu schützen. Wie Laser-Entwickler Clemens Herkommer erklärt, können mit diesem Verfahren Blitze praktisch in einen vorgegebenen Kanal gezwungen werden. Ein Verbund aus mehreren Lasern könnte so zum Beispiel die komplette Landebahn und Einflugschneise eines Flughafens schützen.

Gefahr für die Umwelt geht laut den Entwicklern durch den Laser nicht aus, weil Vögel und andere Tiere Abstand zu den grünen Laserstrahlen halten. Flugzeuge sollen problemlos um den Laser herumgeleitet werden können.

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