Reflektierende Molekühle

Laser erzeugt einfaches Hologramm

D. Lenz

Dank einer neuen Laser-Technologie gelingt es einem japanischen Unternehmen, scheinbar schwebende Objekte in die Luft zu projizieren. War es mit herkömmlichen Laserprojektoren bislang nur möglich die Lichtstrahlen auf ein bestimmtes sichtbares Ziel auszurichten, ist die neuartige Darstellung im Vergleich revolutionär wie auch spektakulär. Unterschiedliche Einsatzzwecke sind denkbar.

Tokio (Japan). Eine Produktpräsentation der besonderen Art erlebten Passanten aus Japan. Inmitten der Tokioer Innenstadt schwebten kristalline Darstellungsformen und verzückten die zuschauende Menge. Scheinbar zum Greifen nahe schwebten, sich bewegende Schmetterlinge oder ein zum Anbeißen naher Apfel, all das in nur wenigen Metern Lufthöhe. Die Hologramme, bestehend aus einzelnen reflektierenden Punkten wirkten dabei völlig anders als bisher bekannte Lichtvorführungen durch Laserprojektoren. Bei den bisher bekannten Techniken werden lichtundurchlässige feste Projektionsflächen oder Nebelinstallationen als Luftschicht benötigt. Die neu vorgestellte Technik inszeniert sich dank einzelner Moleküle in der Luft.

Hinter dieser neuen Technik steckt das japanische Unternehmen Burton. Bei der Inszenierung arbeitete der Hersteller mit dem Wissenschaftsmuseum in Tokio zusammen. Der leitende Forscher von Burton, Akira Asano erklärt die Technik der frei schwebenden Objekte mit einem Vergleich zur Funktion der Bündelung von Lichtstrahlen ähnlich, wie der mit einer Lupe: “Das größte Feature unserer Technologie ist, dass wir Licht auf einen Punkt in der Luft konzentrieren, wo immer wir wollen“ so Akira Asano.

Technologie basiert auch auf dem Prinzip des Lupenbrenneffekts

Das Prinzip der Sonnenlichtbündelung führt bei einer Linse, zum Beispiel einer Lupe zu einem stark komprimierten und energiegeladenen Lichtstrahl. Abhängig vom Projektionsziel werden die Moleküle des Zielobjekts durch die auftretende Strahlung verbrannt. Die Ingenieure bei Burton haben hier ähnliche technische Voraussetzungen erschaffen. Auch hier wirken durch Linsen gebündelte und komprimierte Lichtstrahlen, die in einem äußerst starken Laser resultieren. Dieser Strahl wird auf einen bestimmten Punkt in der Luft ausgerichtet, hierbei ist eine feste Projektionsfläche nicht mehr notwendig. Dieser Ausrichtung folgend wird der Laser Hunderte Male pro Sekunde ausgelöst, dies führt zu kleinen Explosionen der Luftmoleküle und dadurch entsteht das leuchtende und reflektierende Luftbild. Ein zweiter Strahl - sozusagen ein Richtstrahl zeichnet die gewünschten Bewegungen in der Luft vor. Dies ermöglicht die Vision dreidimensionaler Lichtobjekte in der Luft.

Vielseitige Einsatzbereiche sind möglich

Die Technologie, die Luftmoleküle explodieren und dadurch leuchten lässt soll zum Beispiel im Verkehrswesen und zu öffentlichen Informationszwecken zum Einsatz kommen. Entsprechende Informationen könnten orts- und tageszeitunabhängig in der Luft erscheinen und vor aufkommenden Staus warnen. Selbiges gilt auch für Katastrophenwarnungen, wie für Tsunamis. Natürlich ließe sich die Technik auch für kommerzielle Zwecke einsetzen. Werbereklamen könnten in der Luft erscheinen und nicht mehr über Plakate oder LCD-Tafeln. Das System ist mobil einsatzfähig, zum Beispiel aus dem Auto heraus. Damit könnten Werbeaktionen unterschiedlichster Art als Hologramm umgesetzt werden.

Das System hat bereits Marktreife erreicht. Aktuell wird eine Projektionshöhe von bis zu fünf Metern erreicht. Burton gibt sich optimistisch, dass durch Entwicklung einer Verdopplung auf zehn Meter möglich wird. Gespräche mit anderen Unternehmen und städtischen Kommunen sollen im nächsten Jahr beginnen.

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