Von: Andreas S.
Kernfusion

Kontrollzentrum des Fusionsreaktor ITER geht in Betrieb

In Frankreich ist das Verwaltungs- und Kontrollzentrum des Fusionsreaktor ITER in Betrieb genommen worden. Ab dem Jahr 2020 soll ITER durch gezielte Kernfusionen Energie gewinnen und damit das Energieproblem der Welt für alle Zeit lösen.

Eines der vielen neuen Gebäude des Fusionsreaktor ITER.
© ITER

Paris (Frankreich). Anders als bei der Kernspaltung wird in einem Fusionskraftwerk Energie nicht durch die Aufspaltung großer Atomkerne, sondern durch die Verschmelzung kleiner Atomkerne gewonnen. Diese Art der Energiegewinnung ist die natürlichste im Universum, denn jeder aktive Stern, wie beispielsweise unsere Sonne, gewinnt seine Energie durch die Kernfusion. Weitere Vorteile gegenüber der Kernspaltung: es entstehen keine umweltschädlichen Nebenprodukte, die Kernfusion ist um ein Vielfaches effektiver, es kann zu keiner unkontrollierten Kettenreaktion kommen und der benötigte Wasserstoff ist mehr als ausreichend auf der Erde vorhanden.

An der Eröffnungsfeier des Verwaltungs- und Kontrollzentrums im südfranzösischen Saint-Paul-lès-Durance nahmen auch der EU-Energiekommissar Günther Oettinger und die französische Forschungsministerin Geneviève Fioraso teil.

Auch wenn derzeit eifrig am Fusionsreaktor ITER gebaut wird, werden die ersten Forschungsarbeiten frühsten in sieben Jahren beginnen. Ob es den Wissenschaftler mit ITER tatsächlich gelingen wird durch künstlich erzeugte Kernfusionen Energie zu gewinnen ist jedoch noch unklar.

Die geschätzten Gesamtkosten des Kernfusionsreaktor belaufen sich 16 Milliarden Euro. Erst im April 2012 wurden weitere 650 Millionen Euro durch das EU-Parlament genehmigt. Bleibt zu hoffen, dass die ersten Experimente im Jahr 2020 gelingen werden. Sollten es nicht gelingen, mit ITER eine Kernfusion zum laufen zu bringen, bedeutet dies vermutlich das Aus für die Fusionsforschung, denn nach so teuren Fehlschlägen werden vermutlich keine weiteren Forschungsgelder für Projekte dieser Art genemigt werden.

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