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Software

Google hat eine KI gegen Kindesmissbrauch entwickelt

Der Internetriese Google hat eine Software entwickelt, die es zukünftig einfacher und effizienter machen soll, Bildmaterial mit Kindesmissbrauch zu identifizieren. Das KI-gestützte Programm soll auch von anderen großen und kleinen Plattformen kostenlos genutzt werden dürfen.

Mountain View (U.S.A.). Google hat ein neues Programm entwickelt, welches auf einem künstlichen neuralen Netz basiert und dabei helfen soll, Bildmaterial von Kindesmissbrauch im Internet blitzschnell ausfindig zu machen. Umgangssprachlich wird diese Technik auch schon als KI bezeichnet, obwohl es im eigentlichen Sinne noch keine künstliche Intelligenz ist. Dennoch ist die Software dem Menschen weit überlegen, denn sie arbeitet ununterbrochen und wesentlich schneller als ein Mensch.

Der eigentliche Vorteil der neuen Google-Software ist aber, dass ein verdächtiges Bild oder Video nicht erst gemeldet werden muss. Das Programm erkennt mit hoher Treffsicherheit entsprechendes Bildmaterial und teilt dieses zudem noch in Prioritätsgruppen ein. Die von Google markierten Bilder und Videos werden dann dem Menschen zur Ansicht vorgelegt. Erste Test ergaben, dass es dank der Software möglich ist, 700 Prozent mehr verdächtige Dateien zu überprüfen als es bisher der Fall ist.

PhtoDNA, der digitale Fingerabdruck von Fotos und Videos

Bisher mussten Bilder oder Videos mit Kindesmissbrauch von anderen Nutzer gemeldet werden. Diese wurden dann anschließend von Moderatoren überprüft. Ist solches Bildmaterial einmal entsprechend markiert worden, so landet es in einer Datenbank, wo es dank PhotoDNA anhand des digitalen Fingerabdrucks wiedererkannt werden kann, wenn es irgendwo erneut hochgeladen wird. Bisher ist PhotoDNA die effektivste Methode um gegen Bildmaterial von Kindesmissbrauch vorzugehen. Die Software wird unter anderem auch von Facebook, Twitter, Google und Microsoft eingesetzt.

Datensichtung – eine mühsame Arbeit

Die Sichtung der gemeldeten Bildmaterialien ist nicht nur sehr zeitaufwendig, die Mitarbeiter sind zudem einer enormen psychischen Belastung ausgesetzt. Die neue Software soll Moderatoren und Behörden bei ihrer entlasten.

Da entsprechendes Bildmaterial viel schneller erkannt werden kann, könnte der neue Crawler von Google auch langfristig dafür sorgen, dass die Verbreitung entsprechender Dateien nur noch im Darknet stattfindet. Schätzungen gehen davon aus, dass heute etwa 80 Prozent aller umgeschlagenen Daten im Darknet Material mit Kindesmissbrauch sind. Da das Darknet anders funktioniert als das herkömmliche Internet, ist es viel schwieriger dort entsprechende Inhalte ausfindig zu machen und anschließend zu löschen.

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