Fast wie im Film

Erstes Hoverboard auf dem Weg zur Marktreife

D. Lenz

Man kennt es aus den „Zurück in die Zukunft“ Filmen – das Hoverboard. Nicht nur Skater wünschen sich dieses Wunderwerk der Technik seit Jahren und jetzt ist es endlich Realität geworden. Ein Ehepaar aus dem US-Bundesstaat Kalifornien hat sich den Lebenstraum erfüllt. Am 15. Dezember wurde die Crowdfunding-Kampagne beendet und insgesamt mehr als 500.000 US-Dollar eingesammelt. Mit dem Geld wollen die Entwickler den Prototypen zur Marktreife bringen.

Los Gatos (U.S.A.). Hovercrafts (dt.: Luftkissenboote) und Skateboards kennt vermutlich jeder. Die Verschmelzung dieser beiden Fortbewegungsmittel nennt sich „Hoverboard“ und ist spätestens seit dem ersten Teil von „Zurück in die Zukunft“ (1985) ein ferner Traum vieler Technikbegeisterter. Dass tatsächlich jemand in der Lage ist, ein schwebendes Skateboard zu entwickeln, konnte sich lange Zeit niemand vorstellen. Umso erstaunter war die Internet-Gemeinde, als das „Hendo Hoverboard“ auf der Crowdfunding-Plattform „Kickstarter“ auftauchte.

Das Ehepaar Greg und Jill Henderson steckte all seine Ersparnisse in die Verwirklichung des Projekts und befindet sich momentan auf Erfolgskurs. Die ersten Prototypen schweben schon über den Boden und die Finanzierung ist für längere Zeit gesichert.

Skepsis nach dem „HUVr-Hoax“ mit Tony Hawk

Als Greg und seine Frau ihr Projekt öffentlich machten, stießen sie zunächst auf Skepsis, da knapp ein halbes Jahr vorher ein professionelles Fake-Video zum sogenannten „HUVr Board“ ins Internet gestellt wurde. Der Hoax bekam Unterstützung von namenhaften Prominenten wie der Skate-Legende Tony Hawk und Schauspieler Christopher Lloyd, der die Rolle des Doctor Brown in „Zurück in die Zukunft“ besetzte.

Das Video wurde seitdem über 15 Millionen mal angeklickt – der Fake hielt allerdings nicht lange stand. Der Präsentationsfilm der Hendersons wurde dagegen „nur“ ca. 2 Millionen mal gesehen, doch auch Hendo bekam Unterstützung von Tony Hawk und gewann dadurch deutlich an Aufmerksamkeit. Gerade weil Hendo ein Alleinstellungsmerkmal hat und sich viele Menschen ein echtes Hoverboard wünschen, konnten das Ehepaar und seine Mitarbeiter, trotz des hohen Preises von (vorerst) 10.000 US-Dollar, mehr Geld einsammeln, als geplant. Die Finanzierungs-Kampagne endete am 15. Dezember. Das Ziel waren 250.000 Dollar – über 500.000 Dollar sind es geworden.

Die Technologie basiert derzeit auf Elektromagnetismus und erfordert eine spezielle Oberfläche. Die Entwickler sind aber davon überzeugt, dass es eines Tages möglich sein wird, mit einer anderen Technologie ein Hoverboard zu entwickeln, das nicht auf einen bestimmten Untergrund angewiesen ist. Das Modell von Hendo hat jedenfalls mit dieser Einschränkung zu kämpfen.

Ab Oktober 2015 soll das Hoverboard die Marktreife erreicht haben, sagt das Team von Hendo. Dann werden die ersten Boards an die 11 glücklichen Kickstarter-Investoren geliefert, die dazu bereit waren, eine fünfstellige Summe für ein schwebendes Skateboard auszugeben.

Auch das „Hoverbike“ steht in den Startlöchern

Sich schwebend bzw. fliegend fortzubewegen hat einen ganz besonderen Reiz, weswegen nicht nur ein Hoverboard in der Entwicklung ist. Auch das Hoverbike soll schon bald seinen ersten Flug hinter sich bringen. Entwickelt wird es von dem Briten Chris Malloy, der vergangenen Sommer ebenfalls eine Kickstarter-Kampagne startete, die mehr als das Doppelte der angestrebten Summe generierte.

Auf Grundlage eines Quadrocopters bauten Chris und sein Team ein 1:3-Modell des Hoverbikes, das hervorragend zeigt, was die Zukunft bringen kann. Die große Variante des Hoverbikes flog bisher aber nur mit Sicherung und nur wenige Zentimeter über dem Boden. Um das zu ändern hat Chris Malloy jetzt frisches Kapital. Allerdings muss er mit der Tatsache zurechtkommen, dass das Hoverbike eine noch größere Herausforderung als das Hendo Hoverboard ist.

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