Luftreinigung

Dachpfannen neutralisieren Smog

D. Lenz

In einer immer komplexer werdenden Welt verdienen Problemlösungen der eher einfachen Art beziehungsweise mit einfacher Umsetzung, besondere Beachtung. So auch die Idee von Studenten einer kalifornischen Universität. Dank einer speziellen Legierung für Dachpfannen soll es künftig möglich sein, bis zu 97 Prozent Smog entstehender Stoffe zu neutralisieren. Dabei setzten die Studenten auf einen bereits gängigen chemischen Wirkstoff. Immerhin brachte diese Idee 15.000 US-Dollar als Preisgeld und zur Motivation für weitere Forschung ein.

Riverside (U.S.A.). Besonders in den Weltmetropolen und urbanen Gebieten ist das Aufkommen von Smog besonders hoch. Die gesundheitlichen Gefahren sind bei dieser Art der Luftverschmutzung enorm, weiterhin verdunkelt sich die Luft, was eine zusätzliche Steigerung des Treibhauseffektes mit sich bringt. Bilddokumente aus asiatischen Großstädten, bei denen sich Menschen mit Atemmasken durch den Verkehr bewegen sind dafür beispielhaft. Smog ist eine giftige Stickstoffverschmutzung, die bei austretenden Abgasen im Straßenverkehr und bei industriellen Produktionsanlagen entsteht. Eine wirksame Prävention als Maßnahme zur Reduzierung dieser Giftstoffe ist die bestmögliche Vermeidung. Aktiv wirksam zeigen sich speziell beschichtete Dachziegel, die in großen Mengen eingesetzt von großer Bedeutung sein könnten.

Für den amerikanischen Designwettbewerb der Environmental Protection Agency reichten Studenten von der University of California at Riverside einen innovativen und umweltbereichernden Beitrag zur Teilnahme ein. Die Idee: Dachpfannen mit einem hochwirksamen Überzug aus einer Titandioxid-Mischung zum aktiven Schutz gegen Smog herzustellen. Die Effizienz des chemischen Werkstoffes soll zwischen 88 und 97 Prozent der umweltunverträglichen Gase aktiv abbauen und eliminieren. Der Einsatz der speziellen Titandioxid-Mischung ist bereits markttauglich, praktikabel und vor allem sehr kostengünstig. Das Imprägnieren eines durchschnittlich großen Hausdaches beläuft sich auf fünf US-Dollar Materialkosten.

In der Experimentierphase stellten die Studenten einen möglichst realitätsnahen Versuch dar. In einer speziellen luftdichten Kammer wurden die präparierten Dachziegel aufgebaut und ausgerichtet. Auf Basis von Berechnungen strömte Stickoxid in die Kammer, UV-Licht simulierte die Wirkung der Sonne. Die aufgezeichneten Werte zeigten die Wirksamkeit der Titandioxid-Mischung, unabhängig davon, wie viele Schichten auf die Dachpfannen aufgetragen wurden.

Umgerechnet könnte ein durchschnittlich großes Wohndach den Abgasausstoß eines Autos mit jährlich 11.000 Meilen Fahrleistung neutralisieren. In Südkalifornien treten täglich ca. 500 Tonnen Stickoxide auf. Neben einer entsprechenden Verordnung die Hausdächer mit dieser Art von Dachziegeln herstellen zu lassen, wollen die Studenten auch zukünftig, zum Beispiel an speziellen Fassadenfarben forschen.

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