Steganographie

Algorithmus versteckt geheime Nachrichten in KI-generierten Bildern

Robert Klatt

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Auf den Punkt gebracht
  • Ein neuer Steganografie-Algorithmen kann in KI-generierten Bildern geheime Informationen verstecken, ohne dass dies erkennbar ist
  • Laut den Entwicklern kann die Methode investigativen Journalisten, politischen Dissidenten und anderen gefährdeten Personen bei der sicheren Kommunikation über soziale Netzwerke helfen

Ein neuer Steganografie-Algorithmus kann Informationen in KI-generierten Bildern verstecken, ohne dass die Manipulation des Bildes erkennbar ist. Laut den Forscher ist die Methode absolut sicher.

Oxford (England). Wissenschaftler der University of Oxford haben einen Durchbruch in der Übermittlung geheimer Kommunikation erzielt. Laut ihrer Publikation auf dem Preprint-Server arXiv nutzen sie dazu einen neuen Algorithmus, der sensible Informationen in Bildern versteckt, die von einer Künstlichen Intelligenz (KI) generiert wurden. Die Methode ist so effektiv, dass man unmöglich sehen kann, ob es sich beim fertigen Bild nur um ein Bild handelt oder ob noch zusätzliche Informationen gespeichert sind.

Laut den Forscher könnte die neue Methode schon bald in der digitalen Kommunikation weit verbreitet sein. Es ist beispielsweise denkbar, dass investigative Journalisten oder politische Dissidenten sie nutzen, um private Nachrichten über soziale Medien vollkommen sicher zu versenden.

Steganografie lässt Informationen verschwinden

Die neue Methode basiert auf der Steganographie (Steganografie), also der Wissenschaft der verborgenen Speicherung oder Übermittlung von Informationen in einem Trägermedium. Es wird also nicht wie bei normalen Kryptografieverfahren versucht, die sensiblen Informationen zu verschlüsseln, sondern diese unauffällig zu verstecken. Der Vorteil dieser Methode ist, dass Dritte, also zum Beispiel ein Geheimdienst in einem repressiven Staat, keinen direkten Verdacht schöpft.

Obwohl bereits seit 25 Jahren an entsprechenden Steganografie-Algorithmen gearbeitet wird, galten diese bisher als unsicher. Die versteckten Nachrichten konnten also von geübten Beobachtern entdeckt werden.

Minimale Änderungen erhöhen Sicherheit

Den Forschern der University of Oxford ist es nun gelungen, die Sicherheitsprobleme mit minimalen Änderungen der Steganografie-Algorithmen zu beseitigen. Ein Bild mit versteckten Informationen kann also nicht mehr von einem Bild ohne Geheiminformationen unterschiedlichen werden.

Zudem ist die neue Methode 40 Prozent effizienter als der bisher effizienteste Steganografie-Algorithmus. Die Informationsdichte, die in einem Bild untergebracht werden kann, ist also deutlich höher.

Geheime Nachrichten in KI-generierten Bildern

Laut Christian Schroeder de Witt vom Departement für Ingenieurwissenschaften an der Universität Oxford ist es kein Nachteil, dass die Verschlüsselungsmethode Informationen ausschließlich in KI-generierten Bildern verstecken kann, weil diese auch von normalen Nutzern immer öfter verwendet werden. Das bloße Vorhandensein von KI-generierten Bildern sollte daher zu keinem Verdacht führen.

„Unsere Methode kann auf jede Software angewendet werden, die automatisch Inhalte generiert, wie Videofilter oder Meme-Generatoren. Dies könnte für Journalisten und Entwicklungshelfer in Ländern, in denen die Verschlüsselung illegal ist, sehr wertvoll sein. Dennoch müssen die Nutzer Vorsicht walten lassen, da jede Verschlüsselungstechnik anfällig für Angriffe über Seitenkanäle sein kann, wie durch die Erkennung einer Steganografie-App auf dem Telefon des Nutzers.“

arXiv, doi: 10.48550/arXiv.2210.14889

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