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Neue Studie belegt

Leistungsabfall durch Aufteilung nach der Grundschule

Eine neue Studie aus Bayern belegt, dass die Aufteilung nach der vierten Klasse in Hauptschule oder Realschule zu sinkender Leistung bei den Schülerinnen und Schülern führt.

Am Donnerstag veröffentlichte das Ifo-Institut eine Studie, die belegt, dass sich die frühe Aufteilung nach der vierten Klasse negativ auf die Leistungsstärke der jungen Haupt- und Realschüler auswirkt. Demnach sind gerade die Hauptschüler leistungsschwächer geworden. Grund dafür ist der mangelnde Leistungsreiz in der fünften und sechsten Klasse. Zudem verringert die frühe Aufteilung die Wahrscheinlichkeit, dass die Schülerinnen und Schüler dem richtigen Schultyp zugewiesen werden.

Viele europäische Länder haben in den letzten Jahrzehnten ein Schulsystem eingeführt, in dem ein langes gemeinsames Lernen unterstützt wird. Bayern hat sich im Jahr 2000 für den Weg entschieden, die Schülerinnen und Schüler bereits nach der vierten Klasse aufzuteilen. Ziel war es, Realschüler durch eine vertiefte und breitere Bildung besser zu fördern.

Um die Auswirkungen der bayrischen Bildungsreform genau analysieren zu können, nahmen die Ifo-Bildungsforscher die Ergebnisse der PISA-Erweiterungsstudien aus dem Jahr 2000, 2003 und 2006 unter die Lupe. "Diese Tests erlauben Rückschlüsse auf die Durchschnittsleistungen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften in den verschiedenen Schularten und ermöglichen einen Vergleich zwischen Schularten, Bundesländern und über die Zeit", erklärte Ifo-Experte Marc Piopiunik.

Für die Studie wurden die Leistungen der 15-jährigen Schüler von dem Jahr 2000 und dem Jahr 2003 mit den Leistungen der Schüler im Jahr 2006 verglichen. Laut der Studie entwickelten sich die Leistungen der Haupt- und Realschüler in Bayern vor der Schulreform ähnlich wie die Leistungen der Schüler in anderen Bundesländern. Nach der Reform verschlechterten sich jedoch die Leistungen drastisch - insbesondere im Lesen.

Wie die Autoren der Studie betonen, beschränkt sich die Verschlechterung auf die Haupt- und Realschüler. Gymnasiasten sind von der Reform nicht betroffen.

Laut Studie ist der Rückgang der Durchschnittsleistungen in Haupt- und Realschulen gleich groß. Allerdings stieg in den Hauptschulen die Zahl besonders leistungsschwacher Schüler und in Realschulen verringerte sich der Anteil besonders leistungsstarker Schüler.

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