Von: Andreas S.
Vantablack

Extrem schwarzes Material absorbiert fast komplettes Licht

Britisches Wissenschaftler haben ein ultraschwarzes Material entwickelt, das 99,965 Prozent des sichtbaren Lichts absorbiert.

Das schwärzeste schwarz der Welt.
© Surrey Nanosystems Ltd.

London (England). Wissenschaftler der britischen Firma Surrey Nanosystems haben ein extrem schwarzes Material entwickelt, welches lediglich 0,035 Prozent des sichtbaren Lichts reflektiert – Weltrekord. Als Vorlage für das auf Kohlenstoffnanoröhrchen basierende Material diente den Wissenschaftlern die Oberflächenstruktur von Schmetterlingen.

Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin Optics Express berichten, besteht das schwarze Material aus Kohlenstoffnanoröhrchen, welche 10.000 Mal dünner als ein menschliches Haar sind und senkrecht von einer Aluminiumoberfläche abstehen. So gelangen sichtbare Lichtstrahlen zwar hinein, aber nicht mehr heraus.

Konturen sind für das menschliche Auge nicht sichtbar

Die Wissenschaftler tauften das extrem schwarze Material Vantablack. Es absorbiert derart viel Licht, dass Konturen oder Unebenheiten für das menschliche Auge nicht sichtbar sind. „Würde man beispielsweise Alufolie mit dem Material überziehen und dann zerknüllen, sei nur ein schwarzes glattes Objekt erkennbar“, so Chefentwickler Ben Jensen.

Weitere Eigenschaften von Vantablack sind die Wärmeleitfähigkeit und die Belastbarkeit. So leitet das schwarze Material Wärme rund sieben Mal effektiver als Kupfer und ist rund zehn Mal so belastbar wie herkömmlicher Stahl.

Einsatzmöglichkeiten von Vantablack

Das Unternehmen will mit dem neuen Material leistungsstarke Teleskope und andere optische Sensoren ausstatten. Vantablack könnte das Streulicht in den hochempfindlichen Geräten reduzieren und beispielsweise dazu beitragen, dass Aufnahmen des Universums noch schärfer und detaillierter sind. Auch zur Kalibrierung von Messinstrumenten könnte Vantablack neue Standards setzen.

Da die Herstellung des extrem schwarzen Materials noch extrem aufwändig ist, sei ein kommerzieller Einsatz derzeit noch nicht denkbar, so die Wissenschaftler.

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