Digitale Währung

Wie der digitale Yuan des Welt des Geldes für immer verändern wird

Dennis L.

In China ist es bereits heute möglich, fast alles mit der digitaler Währung E-Yuan zu kaufen oder zu verkaufen. Dabei wird der digitale Yuan über das Internet gehandelt und kann zum Beispiel auf Mobiltelefonen gespeichert werden. In China ist der digitale Yuan viel verbreiteter als der Bitcoin oder andere digitale Geldsysteme.

Peking (China). Seit die Chinesen vor über einem Jahrtausend das Papiergeld erfunden haben, ist die Innovation im Bereich der Zahlungssysteme nur langsam vorangekommen. Nun ist China erneut die treibende Kraft für ein neues Geldsystem. Während die westliche Welt noch darüber nachdenkt, ob sie zu digitalen Währungsformen übergehen sollten, hat China bereits damit begonnen, den Weg für einen digitalen chinesischen Yuan zu ebnen. Dies erhöht den Druck auf die westlichen Zentralbanken.

Die People's Bank of China (PBOC) hat Hunderttausenden von zufällig ausgewählten Landsleuten per App ein kleines Guthaben an E-Yuan zur Verfügung gestellt, das sie testweise an mittlerweile weit über 10.000 Akzeptanzstellen ausgeben können. Die Akzeptanzzonen für die Kryptowährungen werden in Hongkong und anderen freien Marktgebieten eingerichtet. Heute kann der digitale Yuan über die Yuan Pay Group erworben werden.

Mehr staatliche Kontrolle durch den digitalen Yuan

Physisches Geld verliert in China immer mehr an Bedeutung, da das Wachstum von Fintech-basierten Zahlungen anhält. Diese Fintech-Apps führen jedoch zu einem Kontroll- und Machtverlust in Peking. Der vom Staat geschaffene und verteilte E-Yuan stellt auch einen Versuch dar, die finanzielle Kontrolle zurückzugewinnen und der Anonymität der Nutzer von Kryptowährungen entgegenzuwirken - letzteres wünscht man sich in den Vereinigten Staaten und Europa ebenfalls.

Wie weit wird China mit dem E-Yuan gehen?

Peking hat noch nicht entschieden, wie weit es mit der Digitalisierung seiner Währung und seiner Vermögenswerte gehen wird. Banker und Analysten glauben, dass Chinas Vorstoß darauf abzielt, schließlich die gesamte Landeswährung zu digitalisieren. Die Digitalisierung der gesamten Landeswährung verspricht noch mehr Kontrollmöglichkeiten und dürfte für einen autoritär geführten Staat wie China sehr verlockend erscheinen.

China hat jedoch schon immer langfristig geplant. So wird zum Beispiel im Rahmen einer Vereinbarung mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich die Verwendung des digitalen Yuan bei grenzüberschreitenden Transaktionen erforscht. Der große Test werden die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking sein, wo Einheimische und Touristen den e-Yuan versuchsweise nutzen können.

Der digitale Yuan ist ein Angriff auf den US-Dollar

Die Vereinigten Staaten, die mit ihrem Dollar die dominierende Reservewährung der Welt sind, stehen solchen Plänen kritisch gegenüber. In einem kürzlich erschienenen Bericht von Biden-Vertrauten wurde die Befürchtung geäußert, dass China mit dem E-Yuan langfristig eine Schwächung oder gar den Sturz der dominierenden Weltreservewährung anstrebt.

Die chinesische Gegendarstellung folgte prompt: „Unser Ziel ist es nicht, den US-Dollar oder andere internationale Währungen zu ersetzen“. Es sei vielmehr die Absicht, „dem Markt die freie Wahl zu lassen und um den internationalen Handel und Investitionen zu erleichtern.“

Die Tatsache, dass der Vorsitzende der US-Notenbank Jerome Powell und Finanzministerin Janet Yellen selbst aktiv die Möglichkeiten eines digitalen Dollars prüfen, kommt die Aussage nicht überraschend, dass die Experten die Ängste vor dem E-Yuan nicht teilen.

Obwohl die globale Digitalisierung die Verwendung des chinesischen Yuan bei grenzüberschreitenden Transaktionen begünstigen dürfte, ist der entscheidende Faktor für seine weltweit Akzeptanz die Frage, ob China seine Kapitalkontrollen lockern wird. Eine globale Reservewährung sollte für Einzelpersonen und Organisationen auf der ganzen Welt frei zugänglich sein - nur so kann sie von der Welt akzeptiert werden.

Der US-Dollar ist dem Yuan weit überlegen

In den letzten Jahren sind große Mengen an Kapital in die chinesischen Finanzmärkte geflossen, wodurch das Volumen des weltweit gehandelten Yuan gestiegen ist. Dennoch halten ausländische Investoren bisher nur etwa fünf Prozent der chinesischen Aktien und drei Prozent der chinesischen Anleihen. Verglichen mit dem Dollar-Anteil (62 Prozent) und dem Euro-Anteil (30 Prozent) ist der Anteil des Yuan weiterhin unbedeutend.

Experten sind sich jedoch einig, dass die Vorreiterrolle Pekings die Entwicklung staatlich erzeugter digitaler Währungen beschleunigen dürfte. Diese Varianten digitaler Währungen könnten die Grundlagen des Finanzwesens neu ordnen und langfristig das Geldsystem, wie wir es heute kennen, ersetzen.

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