Kryptowährungen

Werden digitale Währungen die Zahlungsweise verändern?

Dennis L.

Kryptowährungen werden immer gefragter und schon jetzt lassen sich mit ihnen in ersten Onlineshops Waren damit erwerben. Stellt sich die Frage, wie Kryptowährungen den Zahlungsverkehr der Zukunft verändern werden.

Als zur Jahrtausendwende erste Gerüchte über eine sogenannte Kryptowährung die Runde machte, war das für die meisten einfach nur das Projekt einiger übereifriger Technik und Computerfreaks. Selbst noch vor einigen Jahren war zwar mittlerweile vielen Menschen der Bitcoin ein Begriff - aber oft nur als eher abstraktes Spekulationsmöglichkeit mit einer extrem hohen Volatilität. Und auch heute noch kennen nur wenige die ganze Vielfalt der Kryptowährungen, ihre Verwendungsmöglichkeiten und die Bedeutung, die sie mittlerweile für die Wirtschaft haben.

Kryptowährungen sind wenig bekannt aber ein politisches Schwergewicht

Die meisten die von Kryptowährungen gehört haben, wissen das es mehrere verschiedene Digitalwährungen gibt. Oft ist auch bekannt, dass man diese Art von Zahlungsmittel nutzen kann um Geld “verschwinden“ zu lassen. Das ist beides allerdings nur zum Teil richtig. Aktuell gibt es mehr la 200 verschiedene Kryptowährungen und viele davon sind durchaus nachverfolgbar. Doch gerade das wachsende Interesse und die Möglichkeiten, die sich aus dieser neuen Art der Währung ergibt, sorgt seit kurzem für großes Interesse und Sorgenfalten bei vielen Staaten und Zentralbanken.

Denn schon jetzt haben Kryptowährungen maßgeblichen Einfluss auf die Politik:

  • Venezuela ist es gelungen durch die Einführung der Kryptowährung Petro-Dollar einen drohenden Staatsbankrott zu vermeiden Ölgeschäfte werden nicht mehr offen über die Börsen abgeschlossen, sondern verdeckt. Beschlossene Sanktionen der USA können so nicht greifen.
  • Nordkorea beschäftigt ganze Hacker-Kolonnen die versuchen Konten von Kryptowährungen zu knacken. Im letzten Jahr ist es dem kommunistischen Staat gelungen mehrere Milliarden Dollar zu rauben und so die eigene marode Wirtschaft zu sichern.
  • Argentinien hat aufgrund der eigenen schwachen Währung digitale Währungen als Zweitwährung genehmigt. So können sogar Busfahrten mit Bitcoin und Co. bezahlt werden.
  • Facebook plant eine eigene digital Währung, die einen jährlichen Umsatz von zehn Milliarden Euro haben soll. Dieser wäre somit größer als bei vielen Staathaushalten der Welt.

Gerade die letzten beiden Punkte zeigen die Gefahr, die durch die unkontrollierte Entwicklung von digitalen Währungen entstehen kann, denn gerade Staaten in finanziellen Schwierigkeiten können die eigene Währung nicht mehr ins Verhältnis zu den im Land vorhandenen Waren setzen da viel Produkte ja mittels Kryptos erworben wurden. Somit steigt das Risiko einer stärkeren Inflation und somit einer weiteren stärkeren Bindung der Konsumenten an alternative Währungen. Langfristig würde der Staat so seine Finanzhoheit verlieren.

Die Maßnahmen der regulären Währungshüter

Gerade für Staaten mit einer stabilen Währung wie dem Euro, Dollar oder Pfund ist eine derartige Entwicklung natürlich nicht hinnehmbar. Aus diesem Grund haben bereits einige Staaten wie zum Beispiel die Schweiz oder Schweden versucht erste Gegenmaßnahmen zu etablieren, indem sie eigene Digitale Währungen anbieten. Diese werden allerdings bislang vorrangig noch als reine Handels- und Spekulationsmöglichkeiten auf den Markt gebracht. Auch die Europäische Union plant die Einführung eines digitalen Euros.

Eine weitere Maßnahme ist der Versuch neue digitale Währungen stärker zu regulieren und zu kontrollieren. Aus diesem Grund übten die Regierungen von Amerika und der Europäischen Union massiven Druck auf Facebook aus. Wie es aussieht mit Erfolg. Der Konzern stimmte einer stärkeren Regulierung und umfassenden Kontrollen zu.

Kryptowährungen werden zu akzeptierten Zeitwährungen

Trotz allem muss man klar sagen, dass die Maßnahmen der Währungshüter nur begrenzt Erfolg haben. Zum einen haben Kryptowährungen wie der Bitcoin schon den Weg zum regulären Zahlungsmittel geschafft und sind fast nicht kontrollierbar. Zum anderen wird das Interesse an digitalen Währungen durch Konzerne wie Facebook weiterhin stark ansteigen. Wie sich in diesem Zusammenhang Währungen wie der Dollar der ja mit der Facebook Währung Diem gekoppelt ist langfristig entwickeln bleibt abzuwarten. Nach Einschätzung vieler Experten wird diese Entwicklung dazu führen, dass in den nächsten Jahren jedes Geschäft reale und digitale Währungen akzeptieren wird. Für Länder wie die Bundesrepublik kann das durchaus zu einem Problem werden denn wenn in deutschen Städten überall auch mit Diem gezahlt werden kann führt das zu einer Vormachtstellung des Dollars und einer Schwächung des Euros. Es ist also gut möglich das die EU in den nächsten Jahren den digitalen Euro als reguläres Zahlungsmittel freigibt, um dem entgegenzuwirken. Dann werden in Deutschland vielleicht auch bald Bus und Bahnfahrten mit dem digitalen Euro bezahlt.

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