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Kilometerstandmanipulation bei Gebrauchtwagen ist heutzutage aktueller denn je. Der Grund, weshalb sich dieser Betrug seit Jahren hält, ist der hohe Nutzen. Manipuliert ein Verkäufer den Kilometerstand, kann er für sein Gebrauchtfahrzeug mehr Geld verlangen. Das Zurückdrehen des Kilometerstands erhöht den Verkaufspreis durchschnittlich um bis zu 3.000 EUR und mehr, abhängig vom jeweiligen Modell. Kurz und knapp, Kilometerstandmanipulation = Manipulation des Kilometerstands zur Wertsteigerung.
Die Preise für Gebrauchtwagen sind außerdem in den letzten Jahren enorm gestiegen. Die Tachojustierung wird mittlerweile mit rund 50,00 EUR angeboten. Die Manipulation selbst dauert nur wenige Minuten. Für Gebrauchtwagenkäufer ist es danach nicht einfach festzustellen, ob der Kilometerstand echt ist. Fehlende Unterlagen und Aufzeichnungen machen die Überprüfung schwerer. Der ADAC rät deswegen dazu, die Fahrzeughistorie auf jeden Fall zu überprüfen.
Eine Tachomanipulation wird von Verkäufern immer aus betrügerischer Absicht durchgeführt. Der Wiederverkaufswert des gebrauchten Fahrzeugs wird damit künstlich signifikant erhöht. Ein gebrauchtes Fahrzeug wird dadurch um einige tausend Euro teurer.
Gründe und Prüfpunkte für die Tachomanipulation:
Zur Einordnung der Angaben des Verkäufers kann eine Fahrzeughistorie hilfreich sein. CarVertical bietet dafür Berichte an, die je nach Datenlage Hinweise auf frühere Unfälle oder Auffälligkeiten beim Kilometerstand zeigen können. Ergänzend finden sich im Blog auch praktische Infos, zum Beispiel zum Thema Auto ohne TÜV verkaufen.
Die Manipulation des Kilometerstands ist auch heutzutage sehr profitabel. Die Wertsteigerung durch die Manipulation beträgt mehrere tausend Euro. Die technischen Voraussetzungen sind einfach gegeben. Das Risiko der Entdeckung der Manipulation ist sehr gering. Die wirtschaftlichen Aspekte werden hier kurz dargestellt.
Ein niedriger Kilometerstand vermittelt Käufern, dass ein Gebrauchtfahrzeug nicht sehr viel gefahren wurde. Dadurch entsteht der Eindruck, dass dieses Fahrzeug motorisch in gutem Zustand ist. Der Wert des Fahrzeuges wird dadurch höher.
Der Verkäufer eines gebrauchten Fahrzeugs führt diesen Betrug bewusst durch. Ein Käufer hingegen ist nicht darüber informiert, wodurch eine Asymmetrie entsteht. Der Verkäufer weiß mehr als der Käufer. Es bestehen jedoch Möglichkeiten, diese Asymmetrie auszugleichen.
Das Entdeckungsrisiko einer Tachomanipulation ist sehr gering. Dokumentationslücken bei gebrauchten Fahrzeugen im Bereich Wartung und Service kommen vor. Gerade bei grenzüberschreitenden Importen sind sie als “normal” zu bezeichnen. Zeitdruck beim Fahrzeugkauf ist ein weiteres Hindernis, das eine Entdeckung fast unmöglich macht.
Zusätzlich muss gesagt werden, dass die Manipulationswerkzeuge einfach und günstig erhältlich sind. Laut Angaben des ADAC liegen die Kosten für eine Tachomanipulation bei rund 50 EUR.
Für einen Käufer entstehen in Folge der Tachomanipulation zusätzliche finanzielle Kosten. Die Automobilclubs in Deutschland schätzen diese Kosten auf rund 6 Milliarden Euro jährlich. Die finanziellen Faktoren der Kosten sind zum Beispiel.
Als Käufer bezahlt man durchschnittlich rund 3.000 EUR zu viel, wenn der Kilometerstand manipuliert wurde. Ein Beispiel hierfür: Die tatsächliche Laufleistung beträgt bereits 240.000 km. Der Verkäufer reduziert den Kilometerstand auf 140.000 km. In einer extremen Annahme kann der Verkäufer das Fahrzeug im bis zu 4.000 EUR teurer verkaufen. Der technische Zustand und die Abnutzungsspuren müssen dafür nicht beseitigt werden.
Durch die Kilometerstandmanipulation werden Wartungsintervalle zu spät durchgeführt. Zum Beispiel der Wechsel des Zahnriemen oder der Ölwechsel. Diese Verzögerungen können zu einem Motorschaden führen. Das Risiko hoher Reparaturkosten steigt dadurch enorm.
Durch die Verzögerung im Bereich der Serviceintervalle und Wartung werden außerplanmäßige Werkstattaufenthalte notwendig. Diese verursachen weitere Kosten. Zudem erhöhen ältere Bauteile den Kraftstoffverbrauch.
Erkennt man die Kilometerstandmanipulation wird der Wert des Fahrzeuges zur erschreckenden Tatsache. Das Fahrzeug war dein Geld nicht wert. Möchte man dieses Fahrzeug teuer verkaufen, um den Verlust wiederzuerlangen, muss man vorsichtig sein. Der aufgedeckte Betrug darf einem neuen Käufer nicht verheimlicht werden. Möchte man den Verkäufer haftbar machen, entstehen in jedem Fall ebenfalls Kosten. Zum Beispiel Kosten für einen Gutachter oder Gerichtskosten.
Durch eine Kilometerstandmanipulation wird das Sicherheitsrisiko enorm erhöht. Fahrzeugteile, die der Sicherheit beitragen, wie Bremsen und Komponenten des Fahrwerks, werden durch eine Manipulation nicht zeitgerecht überprüft. Die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Fahrzeugs wird negativ beeinflusst.
Als Beispiel können hier zum Beispiel die Bremsen Probleme bereiten. Durch eine Manipulation der Kilometer werden unter Umständen die Bremsbeläge oder die Bremsscheiben nicht rechtzeitig erneuert. Ein hohes Risiko stellt eine veraltete Bremsflüssigkeit dar. Sie kann ein Bremsversagen auslösen, indem das Bremspedal leer durchgedrückt wird.
Manipulation beeinflusst sehr oft auch die Bedingungen der Finanzierung. Im Falle eines Kredites, der für das Fahrzeug aufgenommen wird. Bei einem eventuellen Schadensfall können außerdem Probleme mit der Fahrzeugversicherung auftreten.
Hinweis: Mit einer eingehenden Überprüfung aller zur Verfügung stehenden Unterlagen, des Fahrzeuges und der Fahrzeughistorie können diese Risiken reduziert werden.
Die grenzüberschreitenden Transaktionen beim Gebrauchtwagenkauf bieten eine ideale Basis für Betrug beim Gebrauchtwagenhandel. Dokumentationslücken und fehlende Rückverfolgung von Daten führen hier dazu bei. Ein wesentlicher Grund hierfür sind zum Beispiel die unterschiedlichen Meldestandards der verschiedenen Länder.
Fehlende einheitlich geregelte Register für die Eintragung von Kilometerständen sowie fehlender Datenaustausch tragen zum Betrug bei. Er wird dadurch einfacher und die Hemmungsschwelle sinkt. Die zentralen Mechanismen für Betrug:
Betrüger können zum Beispiel den Kilometerstand manipulieren, bevor das Fahrzeug im Zielland registriert wird. Der fehlende Austausch der Daten trägt zum Beispiel dazu bei, dass Vorschäden und Unfälle verborgen bleiben.
Zusätzlich ist es sehr einfach, die Fahrzeugdokumente zu fälschen. Damit erhält ein gebrauchtes Fahrzeug eine neue Identität und die Überprüfung wird erschwert. Betrogene Käufer haben es dadurch sehr schwer, Ansprüche geltend zu machen. Die Überprüfung der Fahrzeughistorie kann in diesen Fällen wertvolle Informationen liefern.
Hinweis: Erscheint bei der Überprüfung der Fahrzeughistorie die Meldung “Kein Eintrag gefunden” ist das kein Beweis für eine einwandfreie Fahrzeughistorie!
Generell kann gesagt werden, dass Betrüger bei der Kilometerstandmanipulation sehr leichtes Spiel haben. Die Manipulation ist einfach und günstig. Die strafrechtliche Verfolgung ist aufgrund von Beweisschwierigkeiten und technischen Hürden nicht einwandfrei möglich.
Moderne Fahrzeuge verfügen über elektronische Aufzeichnungssysteme. Diese Systeme können von Profis noch einfacher manipuliert werden. Die meisten Hersteller haben bisher leider auf eine Absicherung durch externe Zugriffe verzichtet. Die Betrüger profitieren von diesen Faktoren und können nicht sehr einfach strafrechtlich belangt werden.
Gebrauchtfahrzeug-Käufer sollten immer sehr wachsam sein. Betrüger nutzen nicht nur psychologische Tricks. Sie setzen technische Tricks ein, um ein gebrauchtes Fahrzeug teurer verkaufen zu können. Die folgenden Faktoren bedürfen daher einer sehr genauen Überprüfung.
Fehlende Unterlagen betreffend der Service- und Wartungshistorie sind in den meisten Fällen ein Anzeichen für versuchten Betrug. Fehlende Unterlagen können nämlich nicht überprüft werden.
Bei der persönlichen Überprüfung des Gebrauchtfahrzeugs gilt es besonders auf den Verschleiß zu achten. Wie sehen zum Beispiel die Pedale, das Lenkrad oder die Sitze aus? Passen sie vom Verschleiß her zum angegebenen Kilometerstand?
Drängt ein Verkäufer zu einem raschen Abschluss des Fahrzeughandels, gilt es ebenfalls vorsichtig zu sein. In diesen Fällen ist zudem der Verkaufspreis sehr oft zu niedrig angesetzt.
Die vom Verkäufer vorgelegten Unterlagen bezüglich Wartung und Service sollten unbedingt überprüft werden. Das gilt auch dann, wenn Aufzeichnungen fehlen. Selbst bei fehlenden Unterlagen kann der Kilometerstand zum Beispiel auf seine Richtigkeit in etwa überprüft werden. Treten hier zu geringe oder zu starke Abweichungen auf, sind es erste Anzeichen für Manipulation.
Werden diese Tipps berücksichtigt, können Anzeichen von Betrug einfach erkannt werden. Gebrauchtwagenhandel bedeutet Achtsamkeit und genaue Überprüfung der erhaltenen Informationen.
Planen Sie, ein gebrauchtes Fahrzeug zu kaufen, beginnt die Überprüfung schon beim Verkäufer, um Betrug zu verhindern. Dies gilt besonders bei Angeboten im Internet. Der Verkaufspreis sollte zu diesem Zeitpunkt ebenfalls bereits mit anderen Angeboten verglichen werden.
Eine persönliche Überprüfung des Fahrzeugs und dessen Papiere ist ebenfalls unumgänglich. Dabei sind besonders die Angaben betreffend den Kilometerstand wichtig. Inspektionsunterlagen, Service-Rechnungen, Wartungsaufkleber und weitere Unterlagen zeigen ihn an. Eine qualifizierte Überprüfung durch einen Mechaniker ist sehr empfehlenswert.
Bei dieser Überprüfung ist zusätzlich der zeitliche Verlauf zu beachten. Die Überprüfung der Fahrzeughistorie ist eine zusätzliche Unterstützung für den Vergleich des Kilometerstands und der Verkäuferangaben. Sie sollte auf keinen Fall als einzige Entscheidungshilfe gewählt werden.
Checkliste für die Fahrzeugüberprüfung:
Werden diese Tipps eingehalten, kann Betrug aufgedeckt werden. Sollten Zweifel aufkommen, ist vom Fahrzeugkauf Abstand zu nehmen.
Kommt der Verdacht auf, dass der Gebrauchtwagen manipuliert wurde, ist eine rasche und strukturierte Handlungsweise notwendig. Bevor der Fahrzeugverkäufer direkt darauf angesprochen wird, sind die Beweise festzuhalten.
Eine äußerst hilfreiche Maßnahme hierfür ist zum Beispiel das Auslesen des Fehlerspeichers beim TÜV Nord oder einer Fachwerkstatt. Der TÜV NORD stellt zu diesem Zweck einen Ratgeber für Fahrzeugkäufer zur Verfügung. Begründung für diese Vorgehensweise ist die Datenspeicherung im Fahrzeug selbst.
Moderne Autos speichern zum Beispiel den Kilometerstand in den verschiedenen Steuergeräten. Im Getriebe zum Beispiel oder im Lichtmodul. Des Weiteren ist die Abnutzung an Sitzen, Pedalen und dem Lenkrad mit der Laufleistung des Motors zu vergleichen. Treten hier extreme Auffälligkeiten auf, sind der Rücktritt und rechtliche Schritte einzuleiten.
Werden unwahre Angaben aufgedeckt, ist ein Kauf nicht empfehlenswert. Die gesammelten Beweise können für eine Anzeige betreffend Betrug bei der Polizei verwendet werden.
Wird eine Kilometerstandmanipulation erst nach dem Kauf festgestellt, bestehen zwei Möglichkeiten. Der Rücktritt vom Kauf und das Verlangen des Kaufpreises abzüglich der Entschädigung für die Nutzung. Die Minderung des Kaufpreises um die Differenz des tatsächlichen Fahrzeugwertes.
Eine Anzeige bei der Polizei kann hierbei helfen, den Verkäufer unter Druck zu setzen. Das Hinzuziehen eines Anwalts ist auf jeden Fall hilfreich. Zusätzliche Unterstützung bei Betrug beim Fahrzeugkauf bietet eine der Kfz-Schiedsstellen.
Kilometerstandmanipulation betrifft fast jedes dritte gebrauchte Fahrzeug in Deutschland. Aufgrund dessen werden politische und marktbezogene Lösungen verfolgt. Der Gesetzgeber versucht, die Manipulation durch eine bessere Datenverfügbarkeit und technische Hürden zu vermeiden.
Hier besteht bereits die Forderung für ein Kilometerstandregister. Des Weiteren besteht eine EU-Verordnung für einen Schutz gegen Manipulation. Auf jeden Fall ist die Manipulation des Kilometerstands in Deutschland strafbar.
Zu den marktbezogenen Lösungen zählen Lösungen, die Transparenz schaffen. Datenbanken, Zertifikate und technische Tools zur Diagnose. Diese Tools können zum Beispiel die Daten mehrerer Steuergeräte miteinander vergleichen. Zudem wird dazu geraten, die tatsächliche Laufleistung vertraglich festzuhalten.
Der Anreiz, mehr Geld für ein gebrauchtes Fahrzeug zu erhalten, ist der Motor für die Manipulation des Kilometerstands. Fehlende Unterlagen und Datenlücken ermöglichen den Betrug. Nur durch vorher festgelegte Vorgehensweisen kann Betrug aufgedeckt und finanzieller Verlust vermieden werden.
Die im Internet zur Verfügung gestellten Checklisten helfen dabei, Betrug leichter aufzudecken. Hilfreiche Tools ermöglichen es außerdem, die Fahrzeughistorie nachzuprüfen. Damit kann nicht nur Manipulation am Kilometerstand überprüft werden. Unfälle oder Schäden werden ebenfalls aufgezeigt. Eine genaue Überprüfung und der gut überlegte Kaufabschluss helfen dabei, Betrügern keine Chance zu geben.