Folgen der Inflation

Sparkassen warnen: 3.600 Euro netto ist die neue Armutsgrenze

Dennis L.

Eine aktuelle Sparkasse-Studie warnt: Wer aktuell weniger als 3.600 netto verdient, lebt unterhalb der Armutsgrenze. Bereits jetzt müssen rund 60 Prozent der deutschen Haushalte von ihren wenigen Rücklagen leben. Experten warnen jedoch bereits, dass die Zahlen in naher Zukunft noch dramatischer aussehen werden. )kcotS ebodAtohs1ekat1eidutS-nessakrapS(Foto: © 
Auf den Punkt gebracht
  • Rund 60 Prozent der deutschen Haushalte müssen bereits von ihren Spareinlagen leben
  • Wer weniger als 3.600 Euro netto zur Verfügung hat, lebt unterhalb der Armutsgrenze
  • Experten warnen vor gewaltigem Kollaps der Wirtschaft

Die aktuelle Inflation und die damit verbundenen Preissteigerungen sind die direkte Folge der jahrelangen Geldausweitung der Europäischen Zentralbank. In Kombination mit den explodierenden Energie- und Nahrungsmittelpreisen sind laut aktueller Sparkassen-Studie die meisten Bundesbürger kaum noch in der Lage, anfallenden Rechnungen zu bezahlen.

Berlin/Bonn (Deutschland). Aktuell warnen die Sparkassen vor den gravierenden Folgen, welche die inflationsbedingten Preissteigerungen in Deutschland für die meisten Bundesbürger haben werden. Man kam zu dem Ergebnis, dass bereits jetzt rund 60 Prozent der privaten Haushalte in Deutschland mehr als ihre gesamten monatlichen Einkünfte für die alltäglichen Ausgaben aufbringen müssen. Im Wortlaut sagte Helmut Schleweis, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes kürzlich auf einer Pressekonferenz, dass nach Berechnungen der Sparkassen Haushalte mit einem Nettoeinkommen von weniger als 3.600 Euro derzeit am Monatsende kein Geld mehr übrig haben und finanziellen Differenzen aktuell nur durch Ersparnisse ausgleichen können.

Schleweis appellierte abschließend an die Bundesregierung, bei den geplanten Entlastungspaketen insbesondere an diese Einkommensgruppen zu denken. Seiner Meinung nach müsste gerade bei den Haushalten, die bisher gut aus eigener Kraft über die Runden gekommen sind, dringend mehr und nachhaltiger in Energieeffizienz investiert werden. Zudem warnt Schleweis davor, dass die zunehmend leeren Konten sich auch auf das Konsumverhalten und damit auch auf die Wirtschaft auswirken wird. Er erwartet einen starken Rückgang vor allem in der Gastronomie, dem Einzelhandel und Dienstleistungsunternehmen.

Immer mehr Unternehmen stehen kurz vor der Insolvenz

Die Sparkassen haben zudem die Folgen der explodierenden Kosten für den Mittelstand ihrer rund 300.000 Firmenkunden ausgewertet. Das Fazit:

„Alle deutschen Unternehmen sind jetzt von massiven Steigerungen der Energiepreise betroffen. Besonders für die energieintensiven Betriebe bedeutet das einen massiven und oft allein nicht zu bewältigenden Anstieg bei den Produktionskosten. Wenn wir gemeinsam die wirtschaftliche Bedrohung durch Russland bestehen wollen, dann benötigen diese Unternehmen Hilfe.“

Nach Ansicht Schleweis wäre das effizienteste Mittel eine Begrenzung der Energiepreise durch den Staat. Nur so lasse sich eine Insolvenzwelle eventuell noch verhindern. Derzeit leidet vor allem die chemische Industrie, der Maschinenbau, die Baubranche und die Automobilindustrie von den hohen Energiepreisen. Die Inflation wird aber mit Sicherheit in Kürze das Kauf- und Konsumverhalten Millionen Deutscher verändern und damit dürften immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen von der Insolvenz bedroht sein.

Kredite, Zinsen und ein kaputtes Geldsystem

Zwar betonte Schleweis, dass der Mittelstand grundsätzliche über gute finanzielle Reserven verfügt, dennoch vergaben die Sparkassen in den letzten sechs Monaten bereits rund 60 Milliarden Euro an neuen Firmenkrediten. Ob die Unternehmen in Zukunft überhaupt in der Lage sein werden, die Kredite fristgerecht zurückzuzahlen zu können, bleibt fraglich - besonders unter dem Aspekt steigender Zinsen.

Währenddessen werden die Stimmen im Internet zunehmend lauter, die seit Jahren das kaputte Fiat-Geldsystem anprangern und sich zunehmend für den Bitcoin als ein faires, unzensierbares und freies Geld einsetzen. Nach Meinung dieser Maximalisten wäre der Bitcoin, der auf 21 Millionen begrenzt und damit eine deflationäre Währung darstellt, die einzige Lösung, die langfristig die Bevölkerung vor Verarmung schützt und Wohlstand sichert.

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