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Positives Feedback

Schwedische Unternehmen testen den 6-Stunden-Arbeitstag

Seit gut einem Jahr testet die Stadt Göteborg, wie sich ein 6-Stunden-Arbeitstag auf die städtischen Mitarbeiter auswirkt. Zahlreiche schwedische Unternehmen folgten dem Beispiel der Stadt und berichten viel Positives.

Göteborg (Schweden). In Deutschland gibt es den 8-Stunden-Arbeitstag, wie wir ihn kennen, seit dem Jahr 1918. Seit dem hat sich kaum etwas daran geändert – bis darauf, dass die meisten Arbeitnehmer sogar mehr arbeiten. Im Durchschnitt schuftet der Deutsche 41,5 Stunden pro Woche am Schreibtisch, bedient Maschinen oder berät potenzielle Kunden. Danach kommen die meisten Arbeitnehmer völlig geschafft nach Hause. Verständlich das man sich bei so langen Arbeitszeiten mehr Zeit für die Familie, die Freunde oder für eigene Hobbys wünscht.

Derzeit können diese Wünsche in Erfüllung gehen – wenn man bereit ist nach Schweden auszuwandern. Hier setzt sich in letzter Zeit immer mehr der Gedanke durch, dass der 8-Stunden-Arbeitstag nicht mehr zeitgemäß ist. Die Schweden sind der Ansicht, dass kein Arbeitnehmer acht Stunden durchpowern kann. Studien haben gezeigt, dass der Energielevel nach sechs Stunden so weit gesunken ist, dass der Mitarbeiter seine Aufgaben nicht mehr produktiv erfüllen kann. In der Regel merkt der Mitarbeit dies selbst und verbringt die Zeit mit anderen Dingen, wie beispielsweise auf Facebook oder Wikipedia zu surfen. Aus diesem Grund hat die Stadt Göteborg, wie bereits Toyota in Göteborg zwölf Jahre zuvor, den 6-Stunden-Arbeitstag eingeführt – bei gleicher Bezahlung.

Der 6-Stunden-Arbeitstag macht Schule

Seit dem probieren immer mehr schwedische Firmen das Modell aus und testen, wie sich die kürzeren Arbeitszeiten auf die Mitarbeiterzufriedenheit und die Produktivität auswirkt. Die Idee hinter dem 6-Stunden-Arbeitstag ist einfach: Anstatt acht Stunden lang im Büro – unterbrochen von mehreren kleinen Pausen und Ablenkungen – sollen sich die Angestellten auf eine kürzere Arbeitszeit einstellen. Dafür sollen sie in dieser Zeit konzentrierter und motivierter sein. Durch die erhöhte Konzentration und Motivation soll die Arbeit von acht Stunden in sechs Stunden geschafft werden. Und das Konzept geht auf. Die Mitarbeiter sind erheblich motivierter, da ihnen mehr Zeit für ihr Privatleben bleibt. Auch die Zahl der Krankheitsfälle ist deutlich zurückgegangen.

Linus Feldt Chef des schwedischen App-Entwicklers Filimundus, meint etwa: „Ich glaube, dass die Freizeit mittlerweile für viele Menschen wichtiger geworden ist als Geld.“ Mit seiner Meinung steht Feldt nicht alleine dar. „Ein Achtstundentag ist nicht so produktiv, wie man denkt“, fasst Feldt seine bisherigen Erfahrungen zusammen. „Jetzt hingegen könnten sich seine Leute viel besser auf die Arbeit konzentrieren, hätten mehr Durchhaltevermögen und gleichzeitig auch mehr Energie für Privates, wenn sie das Büro verlassen“, so Feldt weiter. „Dadurch seien die Mitarbeiter glücklicher, motivierter und würden besser zusammenarbeiten.“

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