Berufliche Weiterbildung

Mehr als jeder zweite Erwachsene bildet sich weiter

Dennis L.

Eine Umfrage des Bundesforschungsministeriums hat ermittelt, dass sich im letzten Jahr mehr als jeder zweite Erwachsene in Deutschland beruflich weitergebildet hat. Damit stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr nochmal leicht an.

Berlin (Deutschland). Noch nie war in der Bundesrepublik die Bereitschaft sich beruflich weiterzubilden so groß wie heute. „Die Menschen erkennen, dass sie ihre Kompetenzen und Qualifikationen kontinuierlich aktualisieren und fortentwickeln müssen“, kommentiert die aktuelle Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) die aktuelle Studie.

Eine ältere Studie zum Thema Bildung und Weiterbildung aus dem Jahr 2016 bietet gute Vergleichszahlen. So ist beispielsweise die Teilnehmerquote an Weiterbildungsmaßnahmen um 22 Prozent angestiegen. Auch Menschen mit Migrationshintergrund nehmen deutlich häufiger Weiterbildungsangebote in Anspruch als früher, heißt es weiter.

Nationale Weiterbildungsstrategie mit Erfolg

Erst kürzlich haben die Bundesregierung, die Länder und Sozialpartner eine nationale Weiterbildungsstrategie beschlossen. Ziel ist es, dass sich Arbeitnehmer angesichts des massiven Wandels auf dem Arbeitsmarkt verstärkt weiterbilden und dafür auch mehr Unterstützung erhalten sollen. So lassen sich beispielsweise mit einem Bildungsgutschein, den man nach Erfüllung der Voraussetzungen von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter bekommt, diverse Bildungsangebote beanspruchen.

Zwar unterstützen bereits viele Unternehmen in Deutschland die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, jedoch gaben vier von zehn Befragten an, die im vergangenen Jahr eine Weiterbildungsmaßnahme hatten, dass sie sich selbst um die Schulung bzw. Weiterbildung kümmern mussten.

Eigeninitiative ist gefragt

Auch wenn das Weiterbildungsangebot sehr groß ist und Unternehmen von der Fortbildung der Mitarbeiter profitieren, kümmern sich nur knapp über die Hälfte der Unternehmen um die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Hier steht zudem negativ in der Kritik, dass Arbeitgeber die Bildungsangebote nicht ausreichend an den Arbeitnehmer anpassen und dementsprechend viele Mitarbeiter das neu erlernte Wissen nicht im Arbeitsalltag anwenden können. Bei Weiterbildungsmaßnahmen in Eigeninitiative entstand dieser Eindruck nicht.

Doch insgesamt fühlt sich der Großteil der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber bei der Weiterbildung gut unterstützt. Die Bundesregierung zeigt sich ebenfalls mit der Entwicklung zufrieden, wie es im aktuellen Weiterbildungsbericht steht: „Die Bereitschaft zur Weiterbildung steigt und die Teilnehmer werden immer zufriedener mit den Veranstaltungen.“

Mangelnde Unterstützung gefährdet den Betrieb

Experten warnen schön länger, dass Mitarbeiter, die zu wenig oder gar keine Unterstützung durch ihren Arbeitgeber erfahren, sich nicht an das Unternehmen gebunden fühlen. Darunter leidet letztendlich der geschäftliche Erfolg. Aber auch bei vielen Mitarbeitern (immerhin bei jedem Zweiten) hat sich der Gedanke des lebenslangen Lernens noch nicht durchgesetzt. Laut Experten wird sich dies in einigen Jahren negativ für die Beschäftigen auswirken, da sie auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr konkurrenzfähig sind.

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