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Tanne vs. Kunstbaum

Künstliche Weihnachtsbäume werden immer beliebter

Bei der Frage, ob zum Weihnachtsfest eine echte Tanne oder ein künstlicher Weihnachtsbaum im Wohnzimmer stehen soll, gehen die Meinungen weit auseinander. Klar ist jedoch, dass der Kunstbaum in Deutschland immer beliebter wird.

Berlin (Deutschland). Jedes Jahr die gleiche Prozedur: In dem ganzen Weihnachtsstress noch eine schöne Tanne aussuchen, den nadeligen Baum im Auto verstauen, ihn anschließend in die Wohnung tragen und aufstellen. Kofferraum sauber machen, Hausflur wegen und den Baum noch mit Wasser versorgen. Nach den Festtagen muss der Baum dann noch an die Straße gestellt werden und die Wohnung erneut von den vertrockneten Nadeln befreit werden. Da haben es Besitzer von künstlichen Weihnachtsbäumen hingegen viel einfacher: Sie laufen lediglich in den Keller und Tragen den Karton mit dem Kunstbaum ins Wohnzimmer. Mit ein paar Handgriffen steht die grüne Pracht dann auch schon perfekt. Aber ist die Bequemlichkeit wirklich der einzige Grund, warum der künstliche Weihnachtsbaum in Deutschland immer beliebter wird?

Umfrage in ganz Deutschland

Eine aktuelle Kantar-Emnid-Umfrage (PDF), die im Auftrag von Vonovia erstellt wurde, hat Menschen in ganz Deutschland befragt, ob sie einen echten oder einen künstlichen Weihnachtbaum bevorzugen oder ob sie überhaupt keinen Weihnachtsbaum aufstellen. Der Vergleich zu älteren Umfragen zeigt deutlich, dass der traditionelle Weihnachtsbaum immer noch die Nummer eins ist, jedoch auch, dass der Weihnachtsbaum aus Plastik stets beliebter wird.

Demnach gaben acht Prozent der Befragten an, zu Weihnachten überhaupt keinen Baum aufzustellen. Interessant ist hierbei, dass fast doppelt so viele Frauen (elf Prozent) zum Fest auf einem Weihnachtsbaum verzichten als Männer (sechs Prozent).

Wie bereits angekündigt, wünscht sich die Mehrheit der Deutschen zum Weihnachtsfest einen echten Baum. Rund 59 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich keinen künstlichen Weihnachtsbaum zu den Festtagen vorstellen können.

Demnach bevorzugen etwa 32 Prozent, gut ein Drittel der über 1.000 befragten Personen, einen künstlichen Weihnachtsbaum. Auffällig ist, dass gerade die Zustimmung aus den östlichen Bundesländern für einen Kunst-Weihnachtsbaum am größten ist. Die größte Ablehnung hingegen herrscht in Schleswig-Holstein, wo sich über 80 Prozent keinen künstlichen Baum zu Weihnachten vorstellen können.

Beide Weihnachtsbäume haben Vor- und Nachteile

Nüchtern betrachtet haben beide Baumvarianten ihre Vor- und Nachteile. Während der klassische echte Weihnachtsbaum viel Arbeit mit sich bringt, ist ein künstlicher Weihnachtsbaum in der Anschaffung teurer – dafür hält er viele Jahre.

Vorteile: Echter Weihnachtsbaum

  • Klassisch, traditionell
  • Angenehmer Eigengeruch
  • Individueller Baumwuchs
  • Individuelle Größe

Natürlich ist ein echter Weihnachtsbaum klassischer und traditioneller als ein Kunstbaum. Er besitzt zudem den Eigengeruch der Tanne, den viele Menschen automatisch mit der Weihnachtszeit verbinden. Ein Baum muss auch nicht immer perfekt sein und der individuelle Baumwuchs darf auch gerne kleine Ecken und Kanten haben. Ein weiterer klarer Vorteil ist, dass man jedes Jahr aufs Neue beim Baumkauf entscheiden kann, wie groß der Weihnachtsbaum dieses Jahr sein soll. So kann er auch mal an einem anderen Standort im Wohnzimmer aufgestellt werden. Dies ist auch vorteilhaft, wenn man im Laufe eines Jahres in eine andere Wohnung umgezogen ist, wo das Wohnzimmer entweder mehr oder weniger Platz für den Weihnachtsbaum bereitstellt.

Nachteile: Echter Weihnachtsbaum

  • Baum wird extra gefällt
  • Tiere im Baum
  • Großer Aufwand / Stress
  • Erhöhte Brandgefahr
  • Benötigt Wasser
  • Viel Arbeit mit der Reinigung

Natürlich besitzt ein echter Weihnachtsbaum auch einige Nachteile. So muss der Baum natürlich extra für einige wenige schöne Tage extra gefällt werden. Unter Umständen leben sogar noch Tiere in dem Baum, wie beispielsweise Käfer oder Spinnen. Neben den ganzen Weihnachtsstress, wie Geschenke kaufen und verpacken, Wohnung auf Hochglanz bringen, bedeutet der Kauf einer echten Tanne für viele zusätzlichen Stress: Der Baum muss gesucht werden, in Auto verstaut werden, durch die Wohnung getragen werden, abgefallene Nadeln müssen aus dem Kofferraum und dem Haus entfernt werden, etc. Da in der Weihnachtszeit viele Kerzen angezündet werden, besteht bei einem (besonders wenn er bereits etwas trockener ist) echten Weihnachtsbaum eine erhöhte Brandgefahr. Der Baum muss zudem regelmäßig gegossen werden, damit er die Festtage halbwegs grün übersteht. Schlussendlich bleibt noch die Arbeit mit der Entsorgung: Der trockene Baum muss an die Straße gestellt werden und die Wohnung erneut von den trockenen Tannennadeln befreit werden.

Vorteile: Künstlicher Weihnachtsbaum

  • Einmalige Anschaffungskosten
  • Langlebig
  • Leicht aufzustellen / abzubauen
  • Leicht zu lagern
  • Umweltschonender (trotz Plastik)
  • Besitzt einen Baumständer
  • Perfekte Form (gleichmäßig und gerade)

Ein künstlicher Weihnachtsbaum hat aber auch seine Vorteile. So fallen für diesen nur einmaligen Anschaffungskosten an, da ein guter künstlicher Christbaum viele Jahrzehnte hält. Er ist zudem kinderleicht aufzustellen bzw. aufzubauen (bei größeren Kunsttannen) und im Keller einfach zu lagern. Obwohl der Baum aus Plastik bzw. Kunststoffen besteht, ist er im Fazit und bei späterer fachgerechter Entsorgung umweltschonender als ein echter Weihnachtsbaum. Auch entstehen keine zusätzlichen Kosten durch einen Christbaumständer, da im Regelfall bei jedem künstlichen Weihnachtsbaum ein passender Baumständer mitgeliefert wird. Wer es gerne gleichmäßig und gerade mag, dem bietet ein künstlicher Weihnachtsbaum zudem durch seine industrielle Fertigung eine natürlich aussehende Perfektion.

Nachteile: Künstlicher Weihnachtsbaum

  • Teuer (hohe Qualität)
  • Kann einen Plastik-Eigengeruch besitzen
  • Kann unecht aussehen

Bei den negativen Kritikpunkten eines künstlichen Weihnachtsbaums muss an der Qualität des Baums unterschieden werden. Ein wirklich hochwertiger Baum kann sehr teuer sein und rechnet sich erst nach etwa 15 Jahren. Dafür bekommt man aber einen Weihnachtsbaum, der selbst auf dem zweiten Blick nicht von einer echten Tanne zu unterscheiden ist. Sehr günstige Modelle hingegen können von nahen unecht aussehen oder sogar einen Eigengeruch besitzen, der nach Chemie riecht. Dieser verfliegt aber schnell, wenn man den Baum einige Tage zuvor auf der Terrasse oder dem Balkon auslüften lässt.

Bei zwei vorteilhaften Punkten der echten Tanne kann man aber auch bei einem künstlichen Christbaum nachhelfen. Große Bäume lassen sich, je nach Modell, modular aufbauen. Dies bedeutet, dass man den Baum nicht in seiner vollen Größe aufbauen muss. Der zweite Punkt betrifft den Eigengeruch der Tanne: Heute gibt es Tannenbaum-Sprays zu kaufen, die jeden Kunstbaum wie eine echte Tanne aus dem Wald riechen lassen.

Fazit: Echtbaum oder künstliche Tanne?

Die Geschmäcker sind verschieden und für manche Menschen muss es auch in Zukunft ein echter Weihnachtsbaum sein und das Aussuchen des richtigen Baums gehört für viele Menschen einfach dazu. Dennoch werden die künstlichen Weihnachtsbäume von Jahr zu Jahr besser – was aber natürlich seinen Preis hat. Der Kunstbaum ist wesentlich praktischer und bietet vor allem älteren und gebrechlicheren Menschen oder Personen ohne Auto den Vorteil, auch eine grüne Tanne an den Festtagen aufstellen zu können.

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