2.500 Lebensläufe

In Deutschland gibt es drei klare „Karrierebooster“

 Robert Klatt

So machen Hochschulabsolventen in Deutschland schnell Karriere )moc.sotohptisopedretsamsserp(Foto: © 

In Deutschland streben viele Hochschulabsolventen eine steile Karriere an. Eine Analyse von 2.500 Lebensläufen zeigt nun, dass dies planbar ist und von drei konkreten Faktoren abhängt.

Düsseldorf (Deutschland). In Deutschland streben viele Universitäts- und Hochschulabsolventen eine möglichst steile Karriere an. Forscher der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und der Personalberatung Masterpiece Advisors haben nun eine Studie publiziert, die untersucht hat, welche Faktoren ihnen dabei helfen können, sich in ihrem Beruf gegen die umfassende Konkurrenz durchzusetzen.

Sie haben dazu 2.500 Profile von Hochschulabsolventen des Jahrgangs 2010 analysiert, die zusammen rund 40.000 Berufsjahre besitzen. Die erreichte Karrierestufe wurde auf einer Skala von 1 bis 7 erfasst, wobei 1 eine klassische Einstiegsposition ist und 7 dem Geschäftsführer eines internationalen Konzerns entspricht. Die Analyse zeigt klar, dass Karriereerfolg in Deutschland kein bloßer Zufall ist, sondern hauptsächlich von drei konkreten Faktoren abhängt.

Der Job im ersten Unternehmen

Die analysierten Lebensläufe zeigen, dass das erste Unternehmen nach dem Hochschulabschluss entscheidend für die spätere Karriere ist. Absolventen, die bei einem kleinen, eher unbekannten Unternehmen ihre Karriere beginnen, haben in den kommenden 15 Jahren im Mittel deutlich geringere Karrierechancen als Absolventen, deren erste Stelle im Mittelstand oder in einem Konzern war. Der sogenannte Unternehmensrank hat also einen langfristigen Einfluss auf die spätere Karriere.

„Je höher der Unternehmens-Rank des ersten Arbeitgebers, desto höher der Karriereerfolg über die ersten 15 Jahre.“

Schnellere Beförderungen mit Doktorgrad

Absolventen mit einem Doktortitel werden öfter in renommierten Unternehmen eingestellt und machen dort schneller Karriere als Absolventen mit einem Bachelor oder Master. Laut den Wissenschaftlern liegt dies vor allem daran, dass ihre Vorgesetzten mit dem Doktorgrad eine hohe Lernbereitschaft und Einsatzfähigkeit verbinden.

Jobwechsel für den Karriereerfolg

Hochschulabsolventen, die innerhalb eines Unternehmens oft die Position wechseln, etwa vom Marketing in die Projektleitung oder von einer Niederlassung in eine andere Niederlassung, erklimmen die Karriereleiter schneller als Absolventen, die lange auf derselben Position bleiben. Der optimale Rhythmus für einen Wechsel innerhalb des Unternehmens liegt laut der Studie bei 18 Monaten.

„Je häufiger dort gewechselt wurde, desto besser.“

Absolventen, die stattdessen häufig ihren Arbeitgeber wechseln, schaden dadurch ihrer Karriere eher. Ein Wechsel alle zwei bis drei Jahre erzeugt den Eindruck, dass ein Arbeitnehmer zu unbeständig ist, und macht ihn dadurch unattraktiver für neue Unternehmen.

 DAX-Konzern als Karrierebooster

Die Studie zeigt zudem, dass nur wenige Hochschulabsolventen (10 %) einen wirklich großen Karrieresprung über mindestens zwei Stufen auf der Unternehmensrang- und Jobrankskala schaffen. Laut den analysierten Lebensläufen ist die Chance auf einen solchen Aufstieg durch einen Wechsel zu einem DAX-Konzern rund 4,5-mal höher.

Der Aufstieg an die Spitze eines Unternehmens als Vorstand oder Geschäftsführer dauert durchschnittlich 13 bis 14 Jahre. Ein Großteil der Hochschulabsolventen, die später eine solche Position erreichen, war zuvor im Vertrieb und in der Geschäftsentwicklung tätig (57 %), gefolgt vom Projekt- und Programmmanagement (43 %) und der internen Beratung (29 %). Hochschulabsolventen, die stattdessen in der Verwaltung und in unterstützenden Positionen arbeiten, erreichen seltener Spitzenpositionen.

Quellen:

Pressemitteilung von Masterpiece Advisors

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