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16 Terrawatt

Großes Potenzal an Solar-Strom für Industrieunternehmen

Eine Studie hat ergeben, dass deutsche Industriebetriebe, mit einem Wärmebedarf von bis zu 250 Grad Celsius, ein enorm hohes Potenzial an solarer Prozesswärme besitzen. Trotzdem stagniert der Ausbau in den letzten Jahren.

(Deutschland). Im Zuge der deutschlandweiten Studie "Das Potenzial solarer Prozesswärme in Deutschland" wurden alle Industriebranchen mit einem Wärmebedarf von bis zu 250 Grad Celsius auf eine mögliche Integration von Solaranlagen untersucht. Eine thermische Solaranlage könnte den Industriebetrieben langfristig helfen, die Kosten für den Energiebedarf zu senken. Trotzdem stagniert der Ausbau in die Solarenergie seit einigen Jahren - nicht nur bei der gewerblichen, sondern auch bei der privaten Nutzung.

In Deutschland ist rund ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs auf die Industrie zurück zu führen. Für den industriellen Einsatz thermischer Solaranlagen ist das Temperaturniveau des zu versorgenden Prozesses relevant. Die Studie ergab, dass etwa 21 Prozent des benötigten Wärmebedarfs unter 100 Grad Celsius liegt. Dies ist ein Temperaturbereich der sich hervorragend für thermische Solaranlagen eignet. Ziel der Studie war es, neben dem Potenzial der solaren Prozesswärme auch Branchen ausfindig zu machen, für die der Einsatz von solarer Prozesswärme besonders lukrativ ist. Hinzu kam eine Zusammenfassung verschiedener Länder und besonderen Regionen. "Gerade in der Lebensmittelindustrie ist das industrielle Potenzial hoch. Hier fällt ein relativ hoher Wärmebedarf mit niedrigen Temperaturen zusammen", erklärt Christoph Lauterbach, Mitautor der Studie und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für thermische Energietechnik der Universität Kassel.

Deutschland liegt unter dem Durchschnitt älterer Studien, obwohl bei der aktuellen Studie zusätzliche Wirtschaftszweige berücksichtigt wurden. Lauterbach vermutet, dass der Anteil an Hochtemperaturprozessen in Branchen wie der Metallproduktion erheblich höher ist als beispielsweise in Ländern wie Italien oder Österreich. "Absolut gesehen ist das ermittelte Potenzial von 16 TWh/a dennoch das mit Abstand größte in Europa", betont Lauterbach. Im Rahmen des IEA SHC Task 33 (Solare Prozesswärme für industrielle und gewerbliche Anwendungen) wurde, basierend auf allen verfügbaren Potenzialstudien einzelner Länder, das Gesamtpotenzial solarer Prozesswärme für die EU25-Staaten berechnet. So könnte in den EU25-Staaten jährlich etwa 70 Terrawatt der benötigten Prozesswärme solarthermisch bereit gestellt werden.

Die Auswertung der neuen Studie zeigt ein enormes Potenzial für die solare Prozesswärme in Industrieunternehmen. In Deutschland sind jedoch nur wenige Anlagen im Einsatz und es wird kaum Zuwachs in diesem Anwendungsfeld verzeichnet. Entscheidend sei das Zusammenspiel von effizienter Planung, optimaler Systemintegration, günstigen Komponenten, effizienter Installation sowie Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten, fügt Lauterbach hinzu. Das Bundesumweltministerium hat das Fachgebiet der Universität Kassel "Solar- und Anlagentechnik" mit der wissenschaftlichen Begleitung zur Nutzung solarer Prozesswärme beauftragt. Dies wurde im Rahmen des Programms mit der Bezeichnung Solarthermie2000plus verwirklicht.

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