Arbeitsplatz und Co.

Frauen mit Kopftuch werden in Deutschland besonders oft diskriminiert

 Robert Klatt

Muslimische Frauen werden oft diskriminiert )moc.sotohptisopedsokliM(Foto: © 

In Deutschland ist Diskriminierung in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz keine Seltenheit. Daten des SOEP zeigen nun, wie oft und wo Menschen diskriminiert werden und was sie dagegen tun.

Berlin (Deutschland). Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) untersucht mit dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) regelmäßig unterschiedliche Aspekte der sozialwissenschaftlichen Forschung, etwa die Zufriedenheit der deutschen Bevölkerung, die sich seit 2004 positiv entwickelt hat. Eine neue Sonderauswertung von Daten des SOEPs im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) hat nun die Diskriminierung untersucht.

Die Teilnehmer wurden dazu befragt, ob und wenn ja, wo und wie oft sie in den letzten zwölf Monaten diskriminiert wurden. Laut den Antworten haben Millionen Menschen in Deutschland (13,1 %) Diskriminierung erlebt. Die Gründe waren am häufigsten die Ethnie (41,9 %), das Aussehen (25 %), die Geschlechtsidentität (23,8 %) oder eine Behinderung oder chronische Krankheit (13,9 %).

Diskriminierung von muslimischen Frauen

Laut der Studie ist bei Muslimen der Anteil der Personen, die in den letzten zwölf Monaten Diskriminierung erlebt haben, am höchsten (29 %), vor allem bei muslimischen Frauen, die ein Kopftuch im Alltag tragen (38 %).

Die Betroffenen haben die Diskriminierung vor allem auf der Straße (41,5 %) sowie auf der Arbeit (40 %) erfahren. Beim Umgang mit Behörden und der Polizei haben sich ebenfalls viele Personen, die Diskriminierung erlebt haben, diskriminiert gefühlt (19,5 %). Ferda Ataman, die unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, sieht in der Diskriminierung ein großes Problem, das ernste wirtschaftliche Folgen für Deutschland auslöst.

„Das Ausmaß an Diskriminierung ist eine Belastungsprobe für unser Land. Dafür brauchen wir Lösungen.“

Ein Großteil der diskriminierten Personen gab an, dass sie nichts dagegen unternommen haben (56 %), während nur ein kleiner Teil die Menschen, von denen die Diskriminierung ausging, unmittelbar konfrontiert hat (30 %) oder eine offizielle Beschwerde deshalb eingereicht hat (8,1 %). Rechtliche Schritte aufgrund von Diskriminierung hat nur ein minimaler Anteil der Betroffenen eingeleitet (2,6 %).

Quellen:

Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) 

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